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Basel Baselland Harmos BL: Lehrerschaft bleibt skeptisch

Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich hatte als Gast beim Lehrerverein Baselland einen schweren Stand: Bei den Lehrerinnen und Lehrern herrscht weiter grosse Skepsis gegenüber Harmos und dem Lehrplan 21. Eine Aussprache mit dem Bildungsdirektor brachte nur wenig neue Erkenntnisse.

Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich
Legende: Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich hatte beim Lehrerverein einen schweren Stand. Keystone

Es war ein langer Abend - die Versammlung des Lehrervereins Baselland (LV) im Coop-Bildungszentrum in Muttenz endete dennoch ohne konkrete Ergebnisse - aber mit viel Skepsis gegenüber der Schulharmonisierung Harmos und dem Lehrplan 21. Diese konnten der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich und einige seiner Mitarbeiter an diesem Abend nicht ausräumen.

Ein umfangreicher Frage-Katalog

Die Lehrerinnen und Lehrer hatten Wüthrich mit einem ganzen Katalog von Themen und Fragen konfrontiert. Gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF zeigten sich einige Lehrer-Vertreterinnen und -vertreter am Ende des Abends aber ziemlich skeptisch, was die Antworten darauf betrifft. «Wir haben keine klaren Aussagen erhalten» meinte eine Lehrerin dazu, es gebe doch noch eine ganze Reihen von «Baustellen».

Blick in den grossen Saal des Coop-Ausbildungszentrums. Alle Stühle sind besetzt.
Legende: Ein voller Saal. Harmos interessiert die Lehrer und Lehrerinnen. SRF

So blieb Urs Wüthrich zum Beispiel beim Thema Lehrerausbildung sehr allgemein. Dies, obwohl die Initiative des Komitees "Starke Schule Baselland" einen grösseren Anteil an Fachwissen bei der Ausbildung der Sekundarlehrerinnen und -lehrer fordert. «Wenn man von Kompetenzen spricht», meinte Wüthrich dazu, «muss man auch klarstellen, dass es als Basis dazu auch Wissen braucht. Auf diese Forderung kommen wir zurück, wenn es um die Gestaltung der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer geht.»

Bildungsdirektor Urs Wühtrich stehend an einem Rednerpult. Daneben weitere Mitarbeiter aus der Bildungsdirekton.
Legende: Bildungsdirektor Urs Wüthrich zusammen mit seinen Mitarbeitern am Rednerpult. SRF

Allerdings, das hat eine Umfrage unter den Lehrerinnen und Lehrern gezeigt, scheint Harmos von seiten des LV nicht grundsätzlich gefährdet. Dies konnte auch Urs Wüthrich bei aller Ernüchterung am Ende der Versammlung feststellen: «Ein Austritt aus dem Konkordat ist wohl kein Thema, wenn es uns gelingt, im Dialog zu bleiben.»

Drei Wochen Ausbildung

Obwohl viele Lehrerinnen und Lehrer also nicht aus dem Harmos-Konkordat austreten wollen, so fordern sie doch klar mehr Zeit und mehr finanzielle Ressourcen für dessen Umsetzung. Dass es ihnen damit ernst ist, zeigte eine Resolution, die der Lehrerverein am Ende des Abends einstimmig verabschiedete. Sie fordert, dass Primarlehrerinnen und -lehrer für die Umstellung aufs neue 6. Schuljahr drei Wochen freigestellt werden. Bis jetzt sind dafür lediglich zwei Tage vorgesehen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Hunziker, 4456 tenniken
    Beim Lehrerverein besteht offenbar ein defizitäres Demokratieverständnis! Das VOLK hat abgestimmt...und jetzt ist dieses Abstimmungsresultat umzusetzen. Wem das nicht passt, soll es in einer anderen Branche versuchen. Lehrerinnen und Lehrer sind gut ausgebildet; also was soll das Gejammer? HARMOS hat es verdient, eine Chance zu bekommen. Nicht viele Schülerinnen und Schüler sind so stur, wie sich viele Lehrkräfte zur Zeit verhalten.
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    1. Antwort von Fabrice Pellaton, 4147 Aesch
      Jene Leute, die HARMOS über Jahre schöngeredet oder sogar zu verantworten haben, die können tatsächlich schwer hinstehen und nun zugeben, dass das Resultat eine Katastrophe ist. Man kann auch mal absteigen von einem toten Pferd, anstatt sich im Sattel auf der Leiche weiterhin lächerlich zu machen. Der Knall, mit dem man Harmos an die Wand gefahren hat, ist nun wirklich weit genug zu hören.
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