Helen Liebendörfer: «Basel muss man langsam entdecken»

Seit rund 20 Jahren führt Helen Liebendörfer Baslerinnen und Basler durch ihre Stadt und gibt dabei ungewohnte Einblicke. Auch in ihren Büchern geht es um andere Blickwinkel. So beschreibt sie im Buch «Carissima mia» das Leben des Basler Malers Arnold Böcklin aus Sicht seiner Ehefrau.

Nicht nur die Ehefrau Böcklins steht bei Helen Liebendörfer im Zentrum eines Buchs sondern auch die Frau des Reformators Oekolampad. «Menschen auf meinen Stadtführungen sind immer wieder beeindruckt, wenn ich über das Leben der Frauen bekannter Persönlichkeiten erzähle», sagt Helen Liebendörfer. Deshalb habe sie sich entschieden, den Fokus auch auf die Frauen zu legen.

Liebendörfer hat mehrere historische Bücher verfasst, nicht nur über Frauen. Wichtig sei ihr dabei nicht nur die Authentizität: «Ein Buch muss leben, man darf deshalb nicht nur Fakten beschreiben», betont Liebendörfer, die von der Universität Basel mit einem Ehrendoktortitel ausgezeichnet wurde.

Auf ihren Stadtführungen, die sich in erster Linie an Einheimische und nicht an Touristen richten, führt Helen Liebendörfer Baslerinnen und Basler an Orte, wo man sonst nicht hinkommt: In unbekannte Hinterhöfe in der Innenstadt. Basel müsse man langsam entdecken, erklärt sie. «Das ist anders als in grossen Touristenzentren wie Luzern.»