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Elisabeth Ackermann und Marc Fehlmann heute nach der Einigung vor dem Historischen Museum Basel.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 14.01.2020.
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Historisches Museum Basel Frieden zwischen Elisabeth Ackermann und Marc Fehlmann

Nach Monaten der Krise einigen sich Regierungspräsidentin und Museumsdirektor auf eine weitere Zusammenarbeit.

In den letzten Monaten hatte sich die Vertrauenskrise zwischen Präsidialdepartement und Museumsdirektor zugespitzt. Viele hätten darum wohl erwartet, dass der Konflikt in einer Trennung endet. Doch das Gegenteil ist der Fall. Heute Nachmittag traten Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann und Museumsdirektor Marc Fehlmann gemeinsam vor die Mitarbeitenden des Historischen Museums und informierten diese über die weitere Zusammenarbeit.

Fehlmann kommt vorerst zu 50 Prozent zurück

Elisabeth Ackermann bestätigt die Einigung heute Nachmittag gegenüber dem Regionaljournal Basel und sagt: «Herr Fehlmann wird nächste Woche wieder zu fünfzig Prozent ins Museum zurückkommen. Er ist noch halb krank geschrieben, kann aber wieder arbeiten.»

Marc Fehlmann sagt, er habe ein Burnout gehabt, weshalb er die letzten Wochen krank geschrieben gewesen sei. Jetzt freue er sich darauf, im Historischen Museum als Direktor weiterzumachen: «Ich fühle mich wieder fit, um diese Aufgabe anzunehmen. Ich sehe, dass das Haus noch steht und alles in Ordnung ist. Und ich bin sehr froh, dass es auch dank der Geschäftsleitung, die übriggeblieben ist, so gut weiterexistieren konnte.»

Vertrauenskrise

Marc Fehlmann ist seit 2017 Direktor des Historischen Museums. Wiederholt hatte er sich kritisch zum Zustand des Museums und der Inventarisierung geäussert. So sagte er zum Beispiel, grosse Teile der Ausstellungsobjekte seien nicht auffindbar. Diese kritischen Worte kamen insbesondere bei langjährigen Mitarbeitenden schlecht an. Diese äusserten sich darum öffentlich und widersprachen ihrem Direktor.

Die Vertrauenskrise zwischen Elisabeth Ackermann und Marc Fehlmann spitzte sich zu, so dass die Regierungspräsidentin ihrem Chefbeamten im Februar 2019 schliesslich einen Maulkorb verpasste.

Anlässlich der Präsentation der externen Betriebsanalyse, welche den teils pitoyablen Zustand der Bestände bestätigte, gab die oberste Kulturchefin des Kantons ihrem Chefbeamten den Auftrag, eine Museumsstrategie zu entwerfen. Fehlmann äusserte daraufhin öffentlich die Ansicht, er habe diese schon vor zwei Jahren abgegeben. Und für ihn gebe es sowieso nur eine Strategie, nämlich eine Vorwärtsstrategie mit dem Ziel eines Museums mit internationaler Ausstrahlung. Alles andere sei keine Option für ihn. Danach war Marc Fehlmann während mehrerer Monate krank geschrieben.

Eingeständnis von Fehlern

Heute, angesichts der Einigung mit seiner obersten Chefin, gesteht auch Marc Fehlmann ein, dass nicht alles ideal gelaufen sei: «Aufgrund der Reaktionen von gewissen Personen muss ich annehmen, dass sich diese «betupft» fühlten. Es hat sicher auch damit zu tun, dass einige meinten, es sei ein Angriff gegen sie persönlich, dabei ging es mir um das Haus. Ich versuchte einfach, für das Historische Museum Basel alles zu geben.»

Regierungspräsidentin Ackermann sagt, Teil der Einigung sei, dass man nun Hilfe von aussen hole, um den internen Konflikt aufzuarbeiten: «Es wird einen Prozess geben, damit man diese Konflikte auch offen ansprechen und bereinigen kann.»

Wir sind aufeinander zugegangen.
Autor: Elisabeth AckermannRegierungspräsidentin Basel-Stadt

Jetzt wolle man gemeinsam eine neue Strategie für das Museum erarbeiten, sagen Ackermann und Fehlmann unisono. Statt sich zu trennen, waren offenbar beide Seiten bereit, sich auszusöhnen. Ackermann sagt dazu: «Ja, wir sind aufeinander zugegangen. Und wir sind zuversichtlich, dass wir jetzt weiterschauen und die Strategie gemeinsam entwickeln können.»

Ich werde weiterhin meine Meinung vertreten. Aber so, dass es niemanden verletzt.
Autor: Marc FehlmannDirektor Historisches Museum Basel

Und Marc Fehlmann verspricht: «Ich werde in Zukunft weiterhin meine Meinung vertreten. Aber so dosiert und auf Absprache, dass es niemanden verletzt.»

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