Hölstein diskutiert nicht über Asylzentrum

Der Gemeinderat von Hölstein lehnt ein Bundeszentrum für Asylsuchende im Gebiet Holdenweid ab. Zum ersten Mal konnte sich gestern die Bevölkerung dazu äussern. Doch von dieser Möglichkeit hat sie nicht Gebrauch gemacht.

Hauptstrasse durch Hölstein

Bildlegende: An der Gemeindeversammlung äussert sich niemand zum Asylzentrum. Paul Menz

Einstimmig hatte der Gemeinderat von Hölstein entschieden, dass er kein Bundesasylzentrum für 450 Asylsuchende wolle. Die Infrastruktur der Gemeinde mit gut 2000 Einwohnern sei dafür nicht gerüstet. Zudem wolle die Behörde den Dorffrieden nicht gefährden.

Ob dieser Dorffriede tatsächlich gefährdet wäre, wie die Stimmung in der Bevölkerung ist, sollte die Gemeindeversammlung am Montag zeigen. Dazu hatte der Gemeinderat das Geschäft zwar nicht traktandiert, aber eine Information zum geplanten Zentrum versprochen. Vorgängig hatte die Stimmbürgerin Michèle Meyer einen Fragenkatalog eingereicht.

Diese Fragen beantwortete die Gemeindepräsidentin und FDP-Regierungsratskandidatin Monica Gschwind auch: «In verschiedenen Bereichen werden Sondergesetze und Sonderregelungen für das Asylzentrum gelten. Dem Gemeinderat wurde nicht ausreichend aufgezeigt, dass die Anliegen des Dorfes Vorrang haben», sagte sie.

Überraschenderweise kam es dann aber zu keiner Diskussion. Niemand der 110 Stimmberechtigten ergriff das Wort. Weshalb, blieb unklar. Dieses Schweigen dürfte aber kaum einer stillschweigende Zustimmung zu deuten sein, denn als Monica Gschwind ihre Ausführungen beendet hatte, applaudierte ihr demonstrativ nur ein Teil der Versammlung.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)