In Baselland fehlen zahlbare Betreuungsplätze für Kinder

Gäbe es ein grösseres Angebot an zahlbaren Betreuungsplätzen, würden in Baselland mehr Frauen einem Beruf nachgehen und höhere Arbeitspensen annehmen. Zur Zeit belegt der Kanton einen der letzten Plätze im Land, wenn es um das Arbeitsvolumen von Frauen geht.

Eine Kinderbetreuerin sitzt mit einem Kind auf dem Schoss auf dem Boden. Vier weitere Kinder stehen drum rum und alle spielen zusammen.

Bildlegende: Wenn Betreuungsplätze für Kinder rar und teuer sind, bleiben Mütter eher zuhause. Keystone

Gäbe es im Kanton Baselland ein grösseres Angebot an zahlbaren ausserfamiliären Betreuungsplätzen für Kinder, würden Mütter vermehrt einem Beruf nachgehen und auch höhere Arbeitspensen belegen. Dies bestätigen Studien des National-Forschungsprogramms, NFP 60.

Der Zusammenhang zwischen Betreuungsplätzen und Beschäftigungsgrad der Frauen sei sogar unabhängig von wirtschaftlichen Strukturen und der Kultur in den Kantonen, sagt Brigitte Leisig, Dozentin an der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Universität Basel. Leisig beschäftigte sich ausführlich mit dem Thema und präsidierte das NFP 60. Dass im Kanton Baselland Frauen nur einen kleinen Teil des Arbeitsvolumens inne haben, liege also an den fehlenden Betreuungsplätzen. So sehen es auch Sabine Kubli, Leiterin des Gleichstellungsbüros in Baselland und Thomas Zeis vom Verband Tagesfamilien Nordwestschweiz. Würde der Kanton die Betreuungsplätze stärker subventionieren, könnten sich die Familien die Kinderbetreuung eher leisten und die Nachfrage nach solchen Plätzen würden steigen.

Baselland belegt im nationalen Vergleich den drittletzten Platz

Im Kanton Baselland beträgt der Anteil des Arbeitsvolumens von Frauen nur gerade 35 Prozent. Damit belegt der Kanton im schweizerischen Vergleich den drittletzten Platz. Dies zeigt der erste Gleichstellungsbericht des Kantons Baselland, der am Donnerstag präsentiert wurde.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)