Verdichtetes Bauen In Muttenz regt sich Widerstand gegen fünf geplante Hochhäuser

Letzten Sommer hat Muttenz ein ehrgeiziges Projekt vorgestellt. Die Gemeinde will das Hagnau-Areal überbauen: Fünf Hochhäuser zwischen 45 und 88 m Höhe sind geplant. Bis zu 1'000 Personen sollen dort wohnen. Anwohner wollen das Projekt jetzt bekämpfen und fordern kleinere Türme.

Ein Mann hält einen Dezibel-Messer und steht in einem Garten.

Bildlegende: Hans Brügger misst regelmässig die Lärmbelastung. Mit den neuen Türmen befürchtet er zusätzlichen Lärm. SRF/eics

Hans Brügger geniesst den Blick in den Himmel in seinem Garten, einige Meter oberhalb des Schänzli-Areals. Doch damit könnte bald Schluss sein, befürchtet Brügger: «Mit den Wohntürmen würden wir den Himmel nicht mehr sehen. Wir würden einfach an eine Wand schauen.» Weiter hat Brügger Angst, dass sich die Lärmbelastung noch verschärft.

Diese Einbussen möchte Brügger nicht kampflos hinnehmen. Zusammen mit weiteren Anwohnern fordert er, dass die Türme nicht höher als 45 Meter hoch werden dürfen. «Das aktuelle Projekt ist überrissen.» Er sei nicht grundsätzlich gegen Überbauungen, aber nicht in dieser Dimension.

«  Aus Sicht der gesamten Gemeinde ist das eine optimale Nutzung. »

Thomi Jourdan
Gemeinderat Muttenz

Halb so hohe Türme sind für Thomi Jourdan, zuständiger Gemeinderat, hingegen keine Lösung. «Wenn wir weniger hoch bauen, müssen die Türme breiter werden.» Das sei eine schlechte Option, da so die Aussicht verschlechtert und die Lärmbelastung verschärft würden, so Jourdan. Die Gemeinde sei alle Optionen durchgegangen und zum Schluss gekommen, dass die fünf Türme die beste Entwicklung für Muttenz seien. «Aus Sicht der gesamten Gemeinde ist das eine optimale Nutzung.»

Eine Kreuzung.

Bildlegende: Beim Hagnau-Areal sollen die neuen Hochhäuser gebaut werden. SRF/eics

Diese Argumente überzeugen Hans Brügger nicht. Mit seiner Forderung möchte er nicht nur die Wohntürme in der aktuellen Form verhindern. Der 80-Jährige möchte auch eine Grundsatzdebatte über die Frage führen, in welcher Form Muttenz weiter wachsen möchte.

(Regionaljournal Basel, 6.32 Uhr)