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Jahrhundertfrost Fondssuisse zahlt Baselbieter Bauern drei Millionen Franken

Noch immer leiden viele Baselbieter Bauern unter dem Jahrhundertfrost vom vergangenen Frühling. Der Schaden war enorm: rund 80 Prozent der Obst- und Weinernte ist eingegangen. Die finanziellen Einbussen für die Landwirte sind existenzbedrohend.

Knospen von Kirschbäumen mit Schnee.
Legende: Da letztes Jahr beim Frost bereits kleine Früchte an den Kirschbäumen hingen, enstanden grosse Schäden. ZVG, Lukas Kilcher

Die Stiftung Fondssuisse unterstützt deshalb Baselbieter Bauern mit einem einmaligen Beitrag von rund 3 Millionen Franken an insgesamt 39 Betriebe. Pro Hof gibt das eine Unterstützung von gut 80'000 Franken. «Das ist ein wesentlicher Betrag, der den betroffenen Höfen substantiell hilft», sagt Lukas Kilcher, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain in Sissach. Die Bauern können so Teile des Ernteausfalls kompensieren, denn das Geld müssen sie nicht zurückzahlen.

Neben der Stiftung Fondssuisse griff bereits der Kanton den Bauern unter die Arme. Der Landrat hat im Sommer einen Nothilfe-Topf von zwei Millionen Franken bereitgestellt. Damit sollen Höfe vor dem Konkurs gerettet werden. 11 Bauernhöfe haben ein zinsloses Darlehen beantragt, um über die Runde zu kommen. Kilcher schätzt, dass noch weitere Höfe eine Unterstützung beantragen, denn die Folgen des Jahrhundertfrosts würden noch immer nachwirken: «Wir rechnen mit weiteren Gesuchen von Rebbauern. Deren Ausfall schlägt erst ein Jahr später zu Buche.»

Schnee bereitet keine schlaflosen Nächte

Der aktuelle Schnee mache den Bauern noch keine Sorgen, sagt Kilcher. «Der Frost letztes Jahr ist vergleichsweise später gekommen. Die Vegetation war schon viel weiter, die Obstbäume hatten schon geblüht und darum hat der Frost so grosse Schäden angerichtet.» Schnee Mitte März sei aber durchaus normal und die Pflanzen können diese Kälte gut wegstecken, sagt Kilcher.

Der Fondssuisse

Die Stiftung Fondssuisse ist über 100 Jahre alt. Sie leistet finanzielle Beiträge an Schäden, die durch Naturereignisse verursacht wurden und für die keine Versicherung abgeschlossen werden kann. Sie wird weder durch Steuergelder noch durch Versicherungsprämien finanziert. Ihre Mittel erhält die Stiftung von der Schweizerischen Nationalbank.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Nationalbank hat diesen Fonds vor allem von Notenguthaben gespiesen, die in Speckulantenschraenken 20 Jahre nach dem Rueckruf der Noten verfielen. Ausser Bauern mit zum Teil noch grossen Vermoegen gaebs auch Vermoegenslose, die eine Rettung ihrer Existenz noetig haetten. Die aber im Gegensatz zu den Bauern keine Lobi finanzieren koennen, und deshalb leer ausgehen....
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