Keine Billetts mehr am Bahnhof: Muttenz ist sauer auf die SBB

Im Jahr 2012 wurde in Muttenz der offizielle SBB-Bahnschalter geschlossen. Billetts und Beratungen waren aber weiterhin erhältlich in einem Laden am Bahnhof, also bei einer sogenannten Drittverkaufsstelle. Ab 2018 untersagt es die SBB jedoch Privaten, Billetts zu verkaufen.

Avec-Shop in Muttenz

Bildlegende: Der Avec-Shop in Muttenz darf schon bald keine Bahnbilletts mehr verkaufen. zVg

«Wir sind empört, dass es am Bahnhof in Zukunft keinen Schalter für Billetts mehr gibt», sagt Roger Boerlin, Gemeinderat von Muttenz. Er verweist darauf, dass die Gemeinde Muttenz die Grösse der Stadt Solothurn habe und auf einen bedienten Schalter angewiesen sei. «Als 2012 der offizielle SBB-Schalter geschlossen wurde, haben uns die SBB damit vertröstet, dass dafür im Laden am Bahnhof Billetts verkauft werden. Uns wurde damals zudem versprochen, dass die Dienstleistungen nicht weiter abgebaut würden».

Bei der SBB dagegen will man nichts von einem gebrochenen Versprechen wissen. Der Entscheid gegen die privaten Verkaufsstellen sei schweizweit gefällt worden. SBB-Sprecher Olivier Dischoe weist darauf hin, dass an den betroffenen 52 Ticketsverkaufsstellen nur 1 Prozent aller Zugbillette verkauft würden.

In Muttenz will man sich gegen den Sparentscheid der SBB wehren. Der Gemeinderat hat einen Brief an die SBB verschickt und im Landrat wurde eine Interpellation zum Thema eingereicht.

(Regionaljournal Basel, 12:03 Uhr)