Knatsch in der Basler Medienszene wegen Telebasel

Christian Heeb betreibt das Internetportal «barfi.ch» und stört sich daran, dass Telebasel den Onlineauftritt stark ausbauen will. Dies verstosse gegen die Konzession. Christian Heeb will rechtlich gegen Telebasel vorgehen. Das BAKOM hingegen sieht kein Problem bei der Neuausrichtung von Telebasel.

Portraitaufnahme von Christian Heeb

Bildlegende: Medienunternehmer Christian Heeb kämpft gegen Telebasel Keystone

Ende Januar will Telebasel das eigene Programm komplett umstellen. Bekannte Sendungen wie «7vor7» verschwinden und werden durch andere, verkürzte Newsformate ersetzt.

Die grösste Veränderung betrifft aber die digitale Strategie. Telebasel will parallel zum Fernsehangebot ein neues Onlineportal führen. «Vielleicht braucht Basel kein neues Onlineportal, aber Telebasel braucht die Möglihckeit, diesen Kanal zu bespielen», so Telebasel-CEO Dominik Prétôt. Wenn Telebasel online nicht ausbaue, laufe der Sender Gefahr, die Zuschauerinnen und Zuschauer zu verlieren.

Auf der Online-Seite, die über 30 sogenannte «Channel», also Rubriken, anbieten will, will Telebasel mehr bieten als auf dem Fernsehsender. «Die Inhalte der Webseite müssen nicht gezwungenermassen auch im Fernsehen laufen», so Chefredaktorin Karin Müller. Mit dem neuen Sendeformat produziere Telebasel täglich knapp 60 Minuten Fernsehmaterial. Dies sei zu wenig für den Web-Auftritt.

Angst vor Konkurrenz

Mit dieser neuen Strategie tritt Telebasel in direkte Konkurrenz zu anderen Online-Plattformen wie «barfi.ch», das von Medienunternehmer Christian Heeb geführt wird.

Christian Heeb will sich nun mit rechtlichen Mitteln gegen die Ausbaupläne von Telebasel wehren. Knackpunkt ist die Tatsache, dass Telebasel nebst den Werbeeinnahmen zu rund 30% durch Gebühren finanziert ist und sich deshalb an die Sendekonzession halten muss.

Was gilt als Gebühren-Geld und was nicht?

«Die Bevölkerung wird getäuscht», kritisiert Christian Heeb im Interview mit dem SRF-Regionaljournal, «Telebasel will Fakten schaffen und verletzt dabei mehrfach die Konzession». Denn Telebasel sage zwar, dass die Gebührengelder in die Fernsehproduktion fliessen und die Kosten für den Online-Auftritt durch Werbe- und Sponsoringgelder gedeckt würden. Jedoch weise Telebasel nur die Billag-Gebühren aus, nicht aber die cablecom-Einnahmen. Dies seien aber auch Gebühren, so Heeb.

Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM bestätigt dies jedoch nicht. Sprecher Reto Hügli sagt, dass es sich bei den cablecom-Einnahmen nicht um Gebühren handle, sondern «einfach um Geld für den Betrieb des Kabelnetzes.»

Die Konzession für den Betrieb eines Regionalfernsehens ist im Besitz der Stiftung Telebasel. Der Sender ging 1993 als Stadtkanal auf Sendung und heisst seit 1997 Telebasel.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)

Was die Konzession vorschreibt

Die Konzessionärin «veranstaltet ein tagesaktuelles regionales Fernsehprogramm, das vorwiegend über die relevanten lokalen und regionalen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge informiert» und kann «programmbezogene Beiträge, die zeitlich und thematisch einen direkten Bezug zu Sendungen aufweisen, im Internet zugänglich machen.»