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Krisenorganisation «Katastrophen-Müller» geht in Pension

Nach 21 Jahren tritt Marcus Müller, Leiter Krisenstab Baselland, von seinem Posten zurück.

«Katastrophen-Müller», so nennt man den Leiter des Kantonalen Krisenstabs (KKS) und Amtsleiter Militär und Bevölkerungsschutz (AMB) landläufig. Seinen Übernamen hatte sich Marcus Müller in den 21 Jahren erarbeitet, in denen er für den Kanton arbeitete.

Es ist ein gutes Gefühl, ohne den Notfallpager am Gürtel zu leben.
Autor: Marcus Müllerpensionierter Leiter Krisenstab BL

Ende Februar hat Müller nun Badge und Pager abgegeben und ist in Pension gegangen.

Fussball als Höhepunkt

Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählt Müller die Fussball-Europameisterschaft 2008 mit Spielort Basel. Damals leitete er den Bereich Sicherheit.

Aber auch das Hochwasser im Jahr 2007 sei einer seiner besonderen Einsätze gewesen, sagt er. «Da waren wir während Wochen beschäftigt.» Zuerst habe das Hochwasser ihn und die Partnerorganisationen Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz, Regional- und Gemeindeführungsstäbe in weiten Teilen des Kantons auf Trab gehalten, danach nur noch im Laufental.

Bereits einige Jahre früher hatte Müller ein Care-Team aufgebaut, welches Betroffene nach belastenden Ereignissen psychologisch betreut. Die «Geburtsstunde» dieses Care-Teams war ein schweres Unglück: 2003 verunfallte ein Baselbieter Damenturnverein auf einer Busreise, drei Frauen starben dabei. «Das hat mich emotional stark beschäftigt», erzählt Müller.

Prägend sei auch die Gasexplosion in einem Wohnblock in der Pratteler «Längi» gewesen. 2012 forderte diese acht Verletzte. «Wir haben über ein Dutzend Verschüttete aus dem Haus geholt», erinnert sich Müller.

«Abschalten» hat den guten Schlaf ermöglicht

Müller sagt von sich, er habe nach Katastrophen «meist gut abschalten» können. Auch schlimme Bilder hätten ihn nach der Arbeit nicht beschäftigt oder ihn in den Schlaf verfolgt. Diese Gabe des Abschaltens habe ihm einen guten Schlaf ermöglicht.

Als frischer Pensionär freut Müller sich jetzt vor allem darauf, mehr Zeit mit seiner Frau und seinem Enkel verbringen zu können. «Meine Familie kam in meinen gut 20 Jahren als Leiter Krisenstab zu kurz.»

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