Kritische Stimmen aus Aesch zum geplanten Schwingfest

Der Naturschutz und die Infrastruktur sorgen in der Bevölkerung für Bedenken, ob 2022 zwischen Aesch und Reinach ein grosses Schwingfest durchgeführt werden kann. Dies zeigt eine kurze Umfrage auf der Strasse. Die Aescher Gemeindepräsidentin sieht dies anders: Das Schwingfest sei eine Chance.

Zwei Schwinger im Sägemehl.

Bildlegende: Einem Schwingfest, wie dieses Jahr in Estavayer, stehen viele Aescherinnen und Aescher skeptisch gegenüber. Keystone

«Eigentlich finde ich es toll, dass der Anlass in der Gegend stattfinden soll», sagt ein älterer Herr «aber ich habe gehört, dass der Boden dann während fünf Jahren nicht mehr bepflanzt werden kann, und das finde ich schon ziemlich daneben.»

Seine Bedenken werden vom Baselbieter Natur- und Vogelschutzverbandes geteilt. Dieser hat eine Petition gegen den Standort Aesch lanciert. Und auch der Tierschutz will nicht, dass das Schwingfest auf dem Landschaftsgebiet zwischen Aesch und Reinach stattfindet. Denn erst seit Kurzem hat sich hier der Feldhase wieder angesiedelt. Das Schwingfest würde die Population nun wieder vertreiben, befürchten die Tierschützer.

Fehlende Infrastruktur

Jan Kirchmayr, SP-Landrat und Aescher, hat weitere Bedenken: «Es werden 200'000 Besucherinnen und Besucher erwartet, das heisst, es braucht mindestens 50'000 Parkplätze. Ich glaube nicht, dass dies in Aesch machbar ist.» Er spricht sich deswegen für den Standort St. Jakob zwischen Basel und Münchenstein aus.

Unterstützung bekommt er überraschend aus der Aescher SVP. Auch deren Präsident zweifelt an der Infrastruktur und bevorzugt deswegen den Standort St. Jakob.

Gemeindepräsidentin fordert mehr Mut

Anders sieht dies die Gemeindepräsidentin von Aesch, Marianne Hollinger. Sie sieht das Schwingfest als Chance: «Tausende Besucher gehen hier in Restaurants und entdecken diesen Teil der Schweiz.» Den Tierschutz nehme sie sehr ernst, sie sei aber auch überzeugt, dass man in den sechs Jahren bis zum Austragungsjahr Lösungen finden kann. «Die Hasen kann man zum Beispiel sanft umplatzieren, sodass sie keinem Stress ausgesetzt sind.»

Auch die Fragen rund um die Infrastruktur liessen sich lösen, aber nur, wenn man das Projekt auch mit viel Herzblut unterstütze: «Wir müssen den Mut haben, etwas Grösseres durchzuführen. Schliesslich ist das schon in der ganzen Schweiz erprobt. Warum sollten wir dies im Baselbiet also nicht schaffen?»