Mordwaffen im bekanntesten Basler Kriminalfall verschwunden

Die zwei Bankräuber Kurt Sandweg und Waldemar Velte haben im Jahr 1934 eine blutige Spur durch Basel gezogen. Diesem Fall ist im neu gestalteten Polizeimuseum Basel eine Vitrine gewidmet. Es fehlen jedoch die zwei Tatwaffen. Wo sie sind, weiss niemand.

Vitrine im Basler Polizeimuseum mit Fotos und Karton-Pistolen.

Bildlegende: In der Vitrine im Basler Polizeimuseum sind bloss zwei Karton-Pistolen ausgestellt. SRF

Der Kriminalfall hielt die ganze Region Basel in Atem. Im Januar 1934 überfielen die zwei Deutschen Kurt Sandweg und Waldemar Velte eine Bank, erschossen dabei zwei Angestellte und flüchteten. Später töteten sie zwei Polizisten - und auf ihrer wilden Verfolgungsjagd gab es zwei weitere Tote. Das Drama endete schliesslich im Margarethenpark, als die zwei Räuber sich selber erschossen.

Der Schweizer Autor Alex Capus hat diesen berühmten Fall literarisch verarbeitet im Roman «Fast ein bisschen Frühling». Und auch im neu gestalteten Basler Polizeimuseum wird die Geschichte aufgearbeitet. In der Vitrine des Museums fehlen jedoch die zwei Tatwaffen. Dies hat die «Basellandschaftliche Zeitung» kürzlich öffentlich gemacht.

Andreas Knuchel von der Basler Polizei sagt: «Wir haben keine Ahnung, wo die Waffen sind, sie sind schon seit längerer Zeit verschwunden.» Auch seit wann die zwei Pistolen fehlen, weiss die Polizei nicht. Verschwunden seien sie irgendwann zwischen dem Tatzeitpunkt im Jahr 1934 und den 1990er-Jahren, als die Polizei selber den Verlust bemerkte.

Wenn zwei Waffen aus den Beständen der Behörden verschwinden, liegt der Schluss nahe, dass ein «Interner», also ein Polizist die Waffen nach Hause genommen hat. Andreas Knuchel sagt jedoch: «Das ist alles Spekulation.» Nach den zwei Pistolen gefahndet wird nicht, zumal die Polizei deren Seriennummern gar nicht kennt.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)