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Muttenzer Vereine Geplante Gebührenerhöhung für Sportplätze sorgt für rote Köpfe

  • Der Gemeinderat von Muttenz will die Gebühren für die Benutzung von Liegenschaften und Sportanlagen 2018 verdoppeln.
  • Dagegen wehren sich die Vereine in der Gemeinde, insbesondere die grossen Vereine, wie der TV Muttenz und der SV Muttenz.
  • Beide Vereine rufen die Mitglieder auf, an der Gemeindeversammlung am Dienstag gegen die Erhöhung der Gebühren zu stimmen.
Auschnitt aus Brief
Legende: Auschnitt aus dem Brief an die Mitglieder zvg

Der Unmut in den Muttenzer Vereinen ist gross: «Wir machen schon heute viel wichtige ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit. Mit einer Gebührenerhöhung sind wir deshalb nicht einverstanden», sagt Hans-Beat Rohr, Präsident des Fussballvereins SV Muttenz.

Karl Flubacher, Präsident des TV Muttenz, pflichtet ihm bei. Falls die Gemeinde ihre Pläne durchsetzt, bleibe wohl nichts anders übrig, als die Mitgliederbeiträge zu erhöhen. «Das Geld muss irgendwie hereinkommen. Wir können es ja nicht selber drucken.» Beide sind enttäuscht, dass sie vom Gemeinderat nicht vorab über die Pläne informiert worden sind. Erst bei der genaueren Betrachtung des Budgets fielen die Pläne des Gemeinderats und die Gebührenverdoppelung auf.

Teure Sportanlagen

Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Alain Bai (FDP) begründet die Erhöhung mit dem Finanzloch der Gemeinde. Rund 1,8 Millionen Franken beträgt das Defizit im 2018 und auch die weitere finanzielle Zukunft der Gemeinde sieht nicht rosig aus.

Bai betont, alle müssten einen Beitrag leisten zur Gesundung der Finanzen, auch die Vereine und ergänzt, hier werde auch über eine Grundsatzfrage entschieden: «Sollen die Vereine mehr bezahlen oder muss der Steuerzahler für die Kosten aufkommen?» Bai bringt das Beispiel der Sport- und Leichtathletikanlagen, welche die Gemeinde rund 620'000 Franken pro Jahr kosten. Mit lediglich 10'000 Franken beteiligten sich die Vereine an den Kosten.

Aufmarsch an Gemeindeversammlung

Hans-Beat Rohr sagt, er habe ein gewisses Verständnis für die Haltung der Gemeinde. Dass aber ausgerechnet die Vereine tiefer in die Tasche greifen müssen, findet er falsch.

Wie fest die einzelnen Vereine von einer Gebührenverdoppelung betroffen wären, ist indes noch unklar. Der Gemeinderat will an der Gemeindeversammlung am Dienstag zuerst über die Gebührenerhöhung generell diskutieren. Erst in einem zweiten Schritt wolle man mit den Vereinen über Gebührenmodelle verhandeln, betont Bai.

Möglich ist aber, dass es gar nicht soweit kommt. Der TV und der SV Muttenz fordern in einem Brief ihre Mitglieder nämlich auf, möglichst zahlreich an die Gemeindeversammlung zu kommen. Beide Vereine haben mehrere hundert Mitglieder. Dies ist genug, um eine Abstimmung an einer Gemeindeversammlung entscheidend zu beeinflussen.

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