Nach Basel nun auch Zürich: Lohndumping wiederholt sich

Dasselbe Firmenkonstrukt, das schon auf der Messebaustelle in Basel für den grössten Lohnskandal sorgte, ist auch auf einer Zürcher Baustelle wieder in einen Lohnskandal verwickelt.

Baustelle der neuen Messehalle in Basel.

Bildlegende: Beim grössten Lohnskandal auf der Messebaustelle ging es um 400'000 Franken. Keystone

Es war der grösste Lohnskandal auf der Baustelle für die neue Messehalle in Basel und ein Lohndumpingfall der besonderen Art: Statt einen viel zu tiefen Lohn bekamen rund 50 ausländische Elektriker plötzlich gar keinen Lohn mehr. Der Fall flog vor rund zwei Jahren auf. Jetzt sorgt dasselbe Firmenkonstrukt auf einer Baustelle in Zürich für einen Lohnskandal: Auch auf der Baustelle des Triemlispitals erhielten über ein Dutzend Elektriker keinen Lohn mehr, gemäss Gewerkschaft Unia seit Dezember.

Roger Graf, Geschäftsführer des Verbandes der Basler Elektrikerfirmen, traute seinen Ohren nicht, als er davon hörte: «Wir sind erschrocken, als wir erfuhren, dass wieder genau dieselben Firmen in den Fall Triemli verwickelt sind.» Auf der Basler Baustelle seien damals in einem Firmenkonstrukt rund 400'000 Franken versickert. Aufragnehmer war damals die Zürcher Firma AZ Elektro. Subunternehmen die Zürcher Firma Trigon Elektro und zuunterst in der Subunternehmer-Kette tauchte die slowenische Firma Hidro Mat auf.

Lohnskandal seit über 2 Jahren hängig

Dieser Fall ist auch zwei Jahre später immer noch bei der zuständigen paritätischen Landeskommission der Elektrobranche immer noch hängig. Diese Kommission will sich denn auch zu diesem laufenden Verfahren nicht äussern. Roger Graf vom Basler Verband der Elektriker aber sagt, inzwischen seien in diesem Fall 160'000 Franken Kontrollkosten aufgelaufen, die eigentlich die betroffenen Firmen bezahlen müssten.

«  Die paritätischen Kommissionen sind in solchen Fällen völlig hilflos. »

Christa Sutter
Gewerkschaft Unia

Die AZ-Elektro schreibt dem Regionaljournal Basel «Die rechtlichen Streitigkeiten zwischen den Firmen Hydro Mat AG und der Trigon AG um finanzielle Forderungen konnten mit Hilfe der ARGE Elektro Messe Basel abschliessend geregelt werden. Ein Fall von Lohndumping im Bereich Elektroinstallationen in den Projekten Messe Basel oder Stadtspital Triemli Zürich ist mir nicht bekannt.» Der Geschäftsführer der Firma Trigon Elektro, Jörg Schneider sagt: Auf der Zürcher Baustelle habe es lediglich «Irritationen in der Lohnzahlung» gegeben. Diese hätten mit den Vorfällen auf der Messbaustelle nichts zu tun.

Christa Sutter von der Gewerkschaft Unia, die den Lohnskandal in Zürich betreute, glaubt nicht, dass in diesem Fall die betroffenen Firmen je zur Rechenschaft gezogen werden: «Die paritätischen Kommissionen sind in solchen Fällen völlig hilflos, weil die Verfahrensabläufe so sind, dass Firmen das Verfahren bewusst verschleppen können. Dann kann auch eine paritätische Kommissionen nichts mehr tun.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)