Nachsitzen beim Lehrplan 21 im Baselbiet

Zwischensieg für die Kritiker des Lehrplans 21. Der Baselbieter Landrat hat den Lehrplan 21 an seine Bildungskommission überwiesen, mit dem Auftrag wichtige Fragen zu klären. Kritisiert werden unter anderem die sogenannten Sammelfächer.

Blick in ein Klassenzimmer mit arbeitenden Schüler und Schülerinnen und der Lehrerin

Bildlegende: Der Lehrplan 21 kommt nicht so schnell in die Baselbieter Schulstuben Keystone

In Sammelfächern wird Themen übergreifend unterrichtet. Die Kritiker des Lehrplans 21 bevorzugen aber in der Sekundarschule die traditionelle Einteilung in Fächer wie Geschichte, Geographie, Physik, Biologie, Chemie, Hauswirtschaft oder Wirtschaft. Die Bildungskommission muss diese Frage prüfen. Bildungsdirektor Urs Wüthrich (SP) warnte vor einem Alleingang des Kantons Baselland, wurde im Rat aber überstimmt.

Die Volksschule des Volkes

Die Bildungskommission muss zudem eine Verfahrensfrage klären. Nämlich die Frage, wer den Lehrplan 21 letztlich einführen darf: das Parlament oder die Verwaltung? Für SVP Landrat Paul Wenger ist klar, es darf keine Verwaltungsentscheidung sein: «Wollen wir eine Volksschule, wo das Volk nicht mitreden kann?»

Eine Mehrheit des Baselbieter Kantonsparlaments hat sich in einem ersten Schritt dafür ausgesprochen, dass die Entscheidungskompetenz beim Parlament liegt. Die Bildungskommission muss hierfür jetzt die Grundlagen ausarbeiten. Vielleicht gibt es zu dieser Frage dann auch noch Volksabstimmung.

Niederlage des Bildungsdirektors

Der Lehrplan solle nicht während der Überarbeitung gekippt werden, und die Kritik am Lehrplan 21 werde hochgekocht, hiess es von linker Seite. Die bürgerliche Mehrheit setzte sich aber durch, eine Niederlage für Erziehungsdirektor Urs Wüthrich.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)