Neues Hilfsangebot für Jugendliche in Basel-Stadt

Jugendlich sollen früher erkennen, ob sie unter einer psychischen Erkrankung leiden. Symptome für eine Erkrankung würden zu oft nicht als solche erkannt oder die Erkrankung werde tabuisiert, darum führt das Basler Gesundheitsdepartement nun ein Hilfsangebot definitiv ein.

Junge Frau weint und birgt ihren Kopf in der Hand - und wird von einer Ärztin getröstet.

Bildlegende: Jugendliche sollen Symptome von psychischen Krankheiten besser kennen und rascher reagieren können - Symbolbild. Colourbox

Auslöser für das neue Angebot sei die Erkenntnis, dass etwa jeder und jede fünfte Jugendliche unter einer psychischen Erkrankung leide und professionelle Hilfe benötige. Nur wenige allerdings nehmen diese Hilfe in Anspruch, teilt das Basler Gesundheitsdepartement mit. Dabei sei es wichtig, Depressionen, Angststörungen oder Psychosen frühzeitig zu erkennen, um lange Leidenswege zu vermeiden.

Darum starteten die Gesundheitsbehörden letztes Jahr als Pilotprojekt das Angebot «Irre Normal». In einem Workshop werden Jugendliche für das Thema psychische Erkrankung sensibilisiert. Diese Workshops werden nun definitiv eingeführt.

Das Feedback der beteiligten Schülerinnen und Schüler sowie der Lehr- und Fachpersonen sei gänzlich positiv gewesen, darum führe man «Irre Normal» in diesem Jahr an allen Oberstufen im Kanton Basel-Stadt definitiv ein, sagt Kantonsarzt Thomas Steffen im «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Zwischen Krankheit und Stimmungsschwankung unterscheiden

Gerade bei Jugendlichen sei es aber wichtig, zwischen Krankheitssymptome und klassische pubertäre Stimmungsschwankungen zu unterscheiden, betont Steffen. Das neue Angebot solle helfen, dass Jugendlichen diese Unterscheidung besser treffen können.

Zweites Element des neuen Angebots ist ein Jugend-Gesundheitsmagazin mit dem Namen «Relax», das für Jugendliche Infos über den Umgang mit Stress bietet. Denn die Hälfte der Jugendlichen in Basel leide unter Stress. Dies berge aber ein hohes Risiko, eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Das neue Magazin solle hier frühzeitig Gegensteuer geben, Wissen vermitteln und Tipps geben, besser mit Stress umzugehen.