«Nid ganz hundert» - Basler Jeisi-Gugge feiert Jubiläum

Vor 90 Jahren gründete das Stadtoriginal Migger (Emil) Jeisi die heute älteste Guggemuusig in Basel, die Jeisi Migger. Mit Trompeten, Posaunen und Saxophonen ziehen sie jeweils nur am Fasnachtsdienstag durch die Basler Gassen. Fasnachtskenner Domink Wunderlin erklärt die Besonderheiten.

Sechs Mitglieder der Jeisi Migger machen Musik mit ihren Blasinstrumenten. Sie tragen weisse Larven, schwarze Zylinder und einen Frack.

Bildlegende: Jeisi Migger nach 90 Jahren immer noch in voller Aktion SRF

Emil Jeisi war Wirt und Pfeiferchef der «Alte Stainlemer». Da am Dienstag in den Gassen von Basel auch während der Fasnacht nichts los war, organisierte er seine Freunde, die mit Blechinstrumenten durch die Gassen zogen. Jeisi's charakteristischer Auftritt war mit Frack und Zylinder, aber ohne Larve. Dem Jahrgang verpflichtet nehmen die Jeisi Migger jeweils nur 26 Mitglieder auf.

Verschrieben hatte sich die verschworene Truppe der Jazzmusik. Es war jene Zeit, als der Jazz von Amerika den Weg nach Europa fand. Der Zeit entsprechend wurde die neuartige Musik nicht von allen goutiert. Jazz galt damals als elitär. «Unsere Musik passt eigentlich nach New Orleans. Von dort kommt dieser alte Jazz und Blues, den wir dilettantisch spielen, aber mit Herzblut», erklärt Philipp Kaiser, der heutige Obmann der Jeisi Migger

Noch heute gilt am Dienstagabend die Aufmerksamkeit den Guggen. Dass dies so ist, verdanken wir vermutlich der Initiative von Emil Jeisi. Die Gugge heute versucht die alte Tradition aufrecht zu halten.

So ist ihr Musikstil weiterhin dem Jazz verpflichtet, die Grösse darf 26 Mitglieder nicht überschreiten und es ist eine reine Männerclique. «Wir sind eine Männergugge, weil wir uns das gönnen», sagt Jeisi-Obmann Philipp Kaiser.

(Regionaljournal Basel; 06.32 Uhr)