Novartis im Umbau: Erfahrungen einer Angestellten

Novartis ist der grösste Pharmakonzern weltweit. Seit der Fusion von Ciba und Sandoz ist das Unternehmen in Bewegung. Der Bau des Campus, die veränderte Firmenkultur und zuletzt die Umstrukturierungen, der Stellenabbau. Eine ehemalige Mitarbeiterin im Labor erzählt.

Die Fassade der Novartis mit Firmen-Logo

Bildlegende: Schauplatz vieler Interaktionen: der Novartis-Campus in Basel. Keystone

Das Klima unter den Kolleginnen und Kollegen, habe sich erst in den letzten Jahren verschlechtert, sagt Frau Meyer gegenüber dem "Regionaljournal Basel" von Radio SRF, seit die Konzernleitung den grossen Stellenabbau im Jahre 2011 bekannt gab. Die Geschäftsleitung habe nicht klar gesagt, dass es dabei um eine Verlagerung der Stellen ginge. Es mache sie wütend, wenn die Konzernleitung auf diese Weise spare, auch wenn der Konzern Milliardengewinne macht.

Frau Meyer heisst eigentlich anders, ihren Namen will sie nicht veröffentlichen. Sie erzählt aber von den Veränderungen im Pharmakonzern seit den 1990er Jahren, seit sie ihre Lehre als Biologielaborantin, noch bei Sandoz, angefangen hat. Von der Fusion erfuhr sie aus den Nachrichten, als der Radiowecker anging. Sie erzählt, dass auf die Nachricht die Angst folgte vor dem Abbau von Abteilungen.

«  Das Arbeitsklima hat sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert. »

ehemalige Novartis-Angestellte

Gleiche Arbeit unter neuem Firmenlogo

Tatsächlich blieb die Arbeit von Frau Meyer im Labor dieselbe, ihre Abteilung wurde, im Gegensatz zu anderen, nicht abgebaut. Sie erlebte den Bau des Campus mit. Der wuchs so schnell, dass sie ihn nach zwei Wochen Ferien nicht mehr wiedererkannte. Auch die Umgangsformen wandelten sich. Bei Sandoz sagten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Vorgesetzten «Sie», anders bei Novartis. Und Pünktlichkeit sei nicht mehr wichtig gewesen, erinnert sich Frau Meyer. Wer zu spät kam, zeigte, dass er oder sie zu tun hätte.

Stellenabbau

Eine markante Verschlechterung des Arbeitsklimas bemerkte Frau Meyer aber erst nach dem angekündigten grossen Stellenabbau 2011. Diverse ihrer Kollegen seien frühzeitig in Rente gegangen, anderen sei gekündigt worden. Und unter denen, die bleiben konnten, wurde das Arbeitsklima schlechter. Sie habe Intrigen erlebt, weil jeder und jede «den eigenen Kopf retten wollte». In den letzten Jahren, sagt Frau Meyer, habe man mehr gegen- als miteinander gearbeitet. Das sei traurig. Sie habe sich immer unwohler gefühlt. Frau Meyer ist jetzt froh, dass sie nicht mehr bei Novartis arbeitet und die nächsten Umstrukturierungen nicht mehr erleben muss.