Quartierbewohner fordern mehr Lärmschutz bei Basler Osttangente

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Basler Breitequartiers freuen sich darüber, dass die Osttangente als Tunnel ausgebaut wird, und nicht oberirdisch. Doch sie befürchten, dass nun sämtliche Ressourcen in den Tunnelbau fliessen und der Lärmschutz zu kurz kommt.

Autos fahren über Schwarzwaldbrücke.

Bildlegende: Die Anwohnerinnen und Anwohner fordern mehr Lärmschutz auf der Brücke. Juri Weiss

«Es ist dieser unglaubliche Lärm, der sehr viele Leute extrem beeinträchtigt», so Markus Locher von der «IG Osttangenten-Ausbau Nein - Lärmschutz jetzt!». Zwar sei die IG sehr erfreut darüber, dass die Autobahn zwischen Gellert-Dreieck und Schwarzwaldtunnel nicht oberirdisch, sondern als Tunnel ausgebaut wird. Dies machte das Bundesamt für Strassen (Astra) Anfang Juli publik. «Die IG hat damit ihr wichtigstes Anliegen erreicht», so Markus Locher.

Fehlender Lärmschutz im Quartier

Dennoch aber sei die IG nicht zufrieden. Denn: «Der Tunnel ändert nichts an der jetzigen Situation. Er wird erst in 20 Jahren gebaut sein. Wir befürchten, dass während dieser 20 Jahre alle Ressourcen in den Tunnelbau fliessen und andere Massnahmen, etwa der Lärmschutz, zu kurz kommen.»

Schon vor zehn Jahren habe die Basler Regierung eine Verbesserung des Lärmschutzes versprochen. Passiert sei jedoch nichts, kritisiert Locher. Die IG fordert, dass die Autobahn im Abschnitt Gellert überdacht wird und auf der Strecke zwischen Gellert und Schwarzwaldtunnel wirkungsvollere Lärmschutzmassnahmen ergriffen werden.

Verständnis für Forderungen

Das Bau- und Verkehrsdepartement reagiert verständnisvoll auf diese Forderungen. «Wir wissen, dass seit Jahren Lücken beim Lärmschutz bestehen, die wir per Gesetz schliessen müssen», so Marc Keller, Sprecher des Baudepartements. Bisher habe man die Massnahmen nicht umgesetzt, da nicht klar gewesen sei, wie die Osttangente ausgebaut wird. Nun da diesbezüglich Klarheit besteht, wolle man die Massnahmen vorantreiben. «Der Lärmschutz ist jedoch Sache des Bundes.» Das Bau- und Verkehrsdepartement bemühe sich darum, das Anliegen beim Bund zu platzieren.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)