Regierungen beider Basel wollen keine «BVBLT»

Die Verkehrsbetriebe BVB und BLT sollen nicht fusionieren. Das haben die Regierungen der beiden Basel entschieden. Stattdessen soll eine engere Zusammenarbeit bei der Planung in einem Verkehrsverbund geprüft werden.

Auf dem Bankenplatz kreuzen sich ein grünes BVB-Tram und ein gelbes BLT-Tram

Bildlegende: BVB BLT Die Transportunternehmen BVB und BLT bleiben selbständig. Juri Weiss

Die Regierungen der beiden Basel wollen keine Fusion von Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) und Baselland Transport AG (BLT). Stattdessen soll ein Verkehrsverbund geprüft werden, der eine engere Zusammenarbeit bei der Planung und Leistungsbestellung im öffentlichen Verkehr ermöglichte.
Sie hätten ihren Verwaltungen den Auftrag gegeben, ein Grobkonzept für einen Verkehrsverbund zu entwickeln, teilten die Regierungen von Basel-Stadt und Baselland am Donnerstag mit.

Liegt das Konzept vor, wollen sie darüber entscheiden, ob und in welcher Form die nächsten Phasen angegangen werden.
Ziel eines Verkehrsverbunds wäre, die Aufgaben im öffentlichen Verkehr effizienter und wirkungsvoller wahrzunehmen: Ein Verkehrsverbund bündle die Kräfte der bestellenden Behörden in einer gemeinsamen Organisation, heisst es in der gemeinsamen Mitteilung. Der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels sagte gegenüber dem Regionaljournal: «Es lohnt sich sicher, wenn wir enger zusammenarbeiten. Wir glauben aber, es bringt mehr, wenn wir den Tarifverbund Nordwestschweiz weiterentwickeln zu einem Verkehrsverbund.»

Vorbild Zürich

Solche Verbünde gibt es in der Schweiz in den Kantonen Zürich (ZVV) und Luzern (VVL). In Deutschland und Österreich sind sie laut den beiden Regierungen weit verbreitet. In der Regel sorgen sie für ein einheitliches Tarifsystem, eine koordinierte Planung des Fahrplans und eine gemeinsame Vermarktung, oft steuern sie auch die Auftragsvergabe an Transportunternehmen.

Die Fachleute der Kantone Basel-Stadt und Baselland sollen nun im Grobkonzept die Grundzüge eines Verkehrsverbunds für den Raum Basel untersuchen. Die in der Nordwestschweiz aktiven Transportunternehmen BVB, BLT, AAGL, WB, Postauto AG und SBB sollen dabei einbezogen werden, ebenso das Bundesamt für Verkehr und die Nachbarkantone. Regelmässig orientiert werden sollen die Partnerbehörden der südbadischen und elsässischen Nachbarschaft. Die Steuerung der Arbeiten liegt beim gemeinsamen Lenkungsausschuss Partnerschaftsverhandlungen.
Auslöser für die Prüfung eines Verbunds war laut den Regierungen ein Beschluss von 2012, die Staatsverträge der zwei Kantone zu überprüfen. Dazu zählt auch die Vereinbarung über die BVB und BLT von 1982. Die Überprüfung solcher Verträgen verlangt hatte in Baselland das Sparpaket für den Staatshaushalt, das von der Regierung 2011 vorgelegt und vom Landrat 2012 abgesegnet wurde.

Fusion von BVB und BLT ist vom Tisch

Eine Absage erteilen die beiden Regierungen mit ihrem jetzigen Entscheid der Forderung nach einer Fusion von BVB und BLT: Sie seien zum Schluss gekommen, diese Idee nicht weiter zu verfolgen, heisst es in der Mitteilung.
Die Prüfung einer solchen Fusion verlangt hat ein Postulat von SP-Seite im Baselbieter Landrat, das dieser im Februar 2014 an die Regierung überwies. In ihrer im September veröffentlichten Eignerstrategie für die BVB hielt zudem die Basler Regierung fest, eine verstärkte Zusammenarbeit von BVB und BLT bis hin zur Fusion sei ein «wünschenswerter Weg».

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)