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Basel Baselland Riehen buhlt um junge Lehrer

Primarlehrerinnen und Primarlehrer verdienen im Kanton Basel-Stadt überall in etwa den gleichen Lohn – egal ob sie im Neubad- oder im Matthäusquartier unterrichten. Daran will Riehen jetzt etwas ändern. Die Gemeinde will jungen Lehrkräften mehr Lohn zahlen und damit attraktiver werden.

Lehrerin schreibt an Tafel
Legende: Ungleicher Lohn für gleiche Arbeit: Riehen will junge Lehrerinnen und Lehrer besser bezahlen. Keystone

Seit rund sieben Jahren organisieren die Gemeinden Riehen, und auch Bettingen, ihre Gemeindeschulen selbst. Jetzt möchte Riehen diese Karte ausspielen und junge Lehrerinnen und Lehrer zu sich locken.

«Wir stehen sicher in direkter Konkurrenz zu Basel und anderen Kantonen», sagt die Riehener Gemeinderätin Silvia Schweizer, zuständig für den Bereich Schule. Man wolle ein attraktiver Arbeitgeber sein, insbesondere für junge Lehrkräfte.

Bis zu 3'000 Franken sollen diese pro Jahr mehr verdienen als ihr Kolleginnen und Kollegen in Basel. Im Vergleich zur Stadt steige der Lohn mit dem Dienstalter dann aber weniger stark an. Aber, vor allem in den jungen Jahren, wenn man eine Familie gründen wolle, brauche man mehr Geld, argumentiert man in Riehen.

Keine Freude in Basel

Hintergrund ist ein gewisser Mangel an Lehrkräften. Stefan Camenisch, Leiter der Gemeindeschulen Riehen sagt: «Wir haben eine angespannte Stellensituation. Wir finden nicht mehr so einfach Lehrerinnen und Lehrer wie noch vor einigen Jahren.» Besonders Heilpädagogen und Aushilfs-Lehrkräfte gäbe es wenig. Wenn Stellen nicht besetzt werden können, litten vor allem die Schulkinder darunter.

Ähnlich sieht die Situation auch in Basel-Stadt aus. Auch hier mangle es an Heilpädagogen und Aushilfs-Lehrkräften. Darum ist man in Basel nicht erfreut, dass Riehen versucht, der attraktivere Arbeitgeber zu sein. Dieter Baur, Leiter der Basler Volksschulden meint dazu: «Es ist nicht auszuschliessen, dass junge Lehrpersonen wegen dem höheren Lohn nach Riehen wechseln.» Dennoch sei es in Basel-Stadt kein Thema mit Riehen mitzuziehen und die Löhne der jungen Lehrkräfte ebenfalls anzuheben.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Lohner, 6315 Oberägeri
    Dass es zu wenig Lehrpersonen gibt, liegt nicht am Lohn sondern an den Arbeitsbedingungen: Zu viele Sitzungen, inhomogene Klassen (Integration lernschwacher Kinder, altersdurchmischtes Lernen), bildungsferne, gleichgültige oder überkritische Eltern. Als Lehrer wird man vielerorts davon abgehalten, sich auf das Unterrichten konzentrieren zu können. Sollte dies in Riehen anders sein, würde ich mich dort sofort um eine Lehrstelle bewerben. P.S.: Ich bin ein alter Lehrer.
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  • Kommentar von Erika Tschopp, Basel
    Weswegen müssen Lehrer noch mehr verdienen? Ich finde, sie haben bereits genug Ferien und auch genug Lohn, weswegen ich nicht nachvollziehen kann, weswegen sie nun noch mehr Lohn erhalten sollen (bald auch noch mehr Ferien??) Dieses Schlendrianentum finde ich unsäglich.
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    1. Antwort von Peter Huber, Basel
      @Tschopp. Sie täuschen sich, gute Frau. Die Lehrpersonen haben eine sehr anforderungsreiche Arbeit. Die Löhne sollen erhöht werden, weil sich sonst nur noch zu wenig Leute finden lassen, die die Arbeit machen wollen (und können).
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