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Schlechte Anschlüsse Bubendörfer Unternehmen kämpft für bessere Busverbindungen

Seit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember stören sich viele Pendler über schlechte Busanschlüsse der Linie 70 in Liestal. Weil der Fahrplan geändert wurde, beträgt die Wartezeit für Pendler nach Zürich je nach Tageszeit fast eine halbe Stunde.

Dies stört den Gemeinderat von Bubendorf seit längerem. In einem Brief hat er sich bereits vor einigen Monaten an den Kanton gewandt und mehr Busverbindungen im Tal gefordert, damit die Anschlüsse für Pendler besser werden. Genützt hat dies wenig, der Kanton hat lediglich zu den Spitzenzeiten zwei zusätzliche Buskurse eingeführt.

Nun meldet sich auch ein grosses Unternehmen aus Bubendorf zu Wort. Bei der Biochemiefirma «Bachem» in Bubendorf arbeiten rund 700 Menschen. Ein Drittel davon kommt mit dem Bus zur Arbeit - viele auch als Pendler aus dem Raum Zürich. «Bei schlechten Anschlüssen wird es immer schwieriger Spezialisten zu finden, die in Bubendorf arbeiten möchten», sagt Beat Sax, Standortleiter Bubendorf bei «Bachem».

Offener Brief der Gemeinde Bubendorf

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Sehr geehrte Frau Regierungspräsidentin Pegoraro

Vor wenigen Tagen haben wir von lhrer Abteilung Öffentlicher Verkehr die Vororientierung zur Fahrplanvernehmlassung bekommen. Speziell interessiert uns natürlich, ob Sie uns nach unserer kürzlich erfolgten schriftlichen Intervention bei den Anschlüssen der Linie 70 eine Verbesserung der Anschlüsse an den Fernverkehr in Aussicht stellen. Leider sind wir einmal mehr enttäuscht.

Es soll alles beim Alten bleiben. Der Fahrplan 2019 sieht gleich aus wie der Fahrplan 2018. Schon in unserer Stellungnahme zum Fahrplan 2018 hatten wir darauf hingewiesen, dass es ein No-Go ist, die Busse zur gleichen Minute am Bahnhof Liestal ankommen zu lassen wie die Züge abfahren und sie auch zur gleichen Minute abfahren zu lassen wie die Züge einfahren. Sie zeigen zwar auf, dass Sie Alternativen geprüft haben. Diese führen leider zu keiner Verbesserung und wurden deshalb von lhnen verworfen. Sie schreiben weiter, dass eine Rückkehr zum Fahrplan 2017 sich aus Gründen der Fahrplanstabilität nur mit einem zusätzlichen Bus erreichen liesse. Der Einsatz eines zusätzlichen Busses werde von der BUD aber aus Kostengründen abgelehnt.

Wie wir lhnen bereits in unserem Schreiben vom Januar mitgeteilt haben, ist der Bahnhof Liestal mit seinen guten Verbindungen nach Basel aber auch mit seinen stündlichen direkten Verbindungen nach Bern, Luzern und Zürich eine wesentliche Standortqualität der Gemeinde Bubendorf und der
Frenkentäler. Die Linien 70, 71 sowie die Waldenburgerbahn mit ihren bis Ende 2017 guten Anschlüssen auf die Schnellzugshalte nach Bern, Luzern und Zürich spielen dabei eine wesentliche
Rolle. Nicht wenige Einwohner haben sich bewusst wegen der guten OeVVerbindungen an ihren Arbeitsort südlich des Jura im Einzugsbereich dieser Bus- bzw. Bahnlinie niedergelassen. In Bubendorf und Ziefen haben sich zudem regional bedeutende Arbeitgeber etabliert, die als wichtige Standortqualität ebenfalls auf die gute Erschliessung mit der Linie 70 setzen. Für sie ist
die gute Erreichbarkeit durch die Arbeitnehmerlnnen ein mitbestimmender Faktor bei ihren Ausbauentscheiden. Die Verschlechterung der Anschlüsse könnte zukünftige Entscheide der Firmen negativ beeinflussen. Die verschlechterten OeV-Verbindungen führen zu zusätzlichem motorisiertem Individualverkehr (Pendlerverkehr) von und nach Bubendorf. Dies belastet zum einen die Hauptstrasse in Bubendorf aber auch das P&R in Liestal sowie das weitere Strassennetz.

Der Fahrplanwechsel 2018/2019 wird die Ausgangslage mit der Verschiebung der Schnellzughalte in Liestal nochmals verschlechtern. Wir sind deshalb mit dem vorliegenden Fahrplanentwurf ganz und gar nicht einverstanden. Einmal mehr bitten wir Sie, in lhre Überlegungen auch einzubeziehen, dass mit den Bauarbeiten zum Vierspurausbau auch das P&R-Angebot in Liestal reduziert wird und somit die Bedeutung der guten Busanschlüsse nochmals zunimmt.
ln Kenntnis der verworfenen Varianten sehen wir als kundenfreundliche Alternative eigentlich nur eine Taktverdichtung.

Da es sich bei der Linie 70 um eine der Linien mit der höchsten Auslastung handelt, sehen wir diese Forderung auch von der Nachfrageseite als gerechtfertigt an. Wann können wir mit
einer Taktverdichtung rechnen, die zu einer realistischen Verbesserung der heute höchst unbefriedigenden Situation
führt?

Gemeinderat Bubendorf

Bei der Gemeinde Bubendorf fühlt man sich vom Kanton nicht ernst genommen. In einem offenen Brief, der heute im Amtsanzeiger der Gemeinde abgedruckt wurde, äussert der Gemeinderat seinen Unmut über die Situation. Der Kanton hat die Gemeinde zuvor informiert, dass auch beim nächsten Fahrplanwechsel nichts am Fahrplan geändert wird. «Wir erwarten, dass der Kanton etwas unternimmt und unser Anliegen ernsthaft prüft. Unsere Firmen sind nicht nur für uns, sondern auch für den Kanton wichtig», sagt Gemeindepräsident Erwin Müller. Beim Kanton verweist man auf den Auftrag des Landrats, beim Leistungsauftrag des öffentlichen Verkehrs zu sparen. Dominic Wyler, Verkehrsplaner beim Kanton Baselland sagt, zusätzliche Busse, also ein Ausbau des Angebots, sei wegen des Sparauftrags im Moment keine Option.

Der Baselbieter Landrat wird sich auf jeden Fall mit der Buslinie 70 beschäftigen müssen. SP-Landrat Jan Kirchmayr hat einen Vorstoss eingereicht, der mehr Busse auf der Linie fordert. Zudem fordern 2'000 Leute mit ihrer Unterschrift einen Angebotsausbau.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Es ist eine Schizophrenie, die Autos möchte man von der Strasse verbannen, der Umwelt wegen, aber beim öffentlichen Verkehr will man sparen bis zum geht nicht mehr. Anscheinend weis die linke Hand nicht was die rechte Hand macht. Ist dem Kanton die Postautoaffäre so in die Knochen gefahren, dass sie jetzt nicht mehr wissen was zu tun ist?
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