Schliessung der Geburtsabteilung stösst in Laufen auf Kritik

Das Kantonsspital Baselland will die Geburtsabteilung im Spital Laufen schliessen. Diese Pläne seien mit dem Laufentalvertrag nicht vereinbar, sagt FDP-Landrat Rolf Richterich. Andere Politiker sind dagegen bereit, auf die Geburtsabteilung zu verzichten, wenn dafür das Spital gestärkt wird.

Schreiendes Baby.

Bildlegende: Geplante Schliessung der Geburtsabteilung am Spital Laufen sorgt für Misstöne. Keystone

Lediglich 87 Kinder kamen im vergangenen Jahr im Spital Laufen zur Welt. Zu wenige, um die Qualität der Geburtsabteilung garantieren zu können, sagen die Verantwortlichen des Kantonsspitals Baselland, das die drei Baselbieter Spitäler verwaltet. Deshalb wollen sie Ende 2014 die Geburtsabteilung in Laufen schliessen.

Dagegen regt sich nun aber Widerstand. Der Laufentaler FDP-Landrat Rolf Richterich will die Schliessung der Geburtsabteilung nicht akzeptieren. Er begründet seinen Widerstand mit dem Laufentalvertrag. Dieser Vertrag war ausgehandelt worden, bevor der Bezirk vor 19 Jahren vom Kanton Bern zum Kanton Baselland wechselte. In diesem Vertrag heisst es unter anderem explizit, dass das Laufental dauerhaft ein eigenes Spital mit eigener Geburtsabteilung haben müsse.

«  Der Laufentalvertrag ist nicht verhandelbar »

Rolf Richterich
Laufentaler FDP-Grossrat

Diesen Vertrag könne man nicht einfach ändern, sagt Rolf Richterich. «Der Laufentalvertrag ist nicht verhandelbar», erklärt er gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Das Laufental habe seinerzeit nur ganz knapp, mit 150 Stimmen Unterschied, dem Kantonswechsel zugestimmt. Und den Ausschlag für dieses Ja hätten die Garantien im Laufentalvertrag gegeben.

Gemeindepräsidenten können mit Schliessung leben

Im Laufental gibt es jedoch auch weniger dramatische Stimmen, wie zum Beispiel die Brislacher Gemeindepräsidentin Doris Scheunemann. Als Vorsitzende der Gemeindepräsidien im Laufental wurde sie zusammen mit ihren Amtskollegen vergangene Woche vom Verwaltungsrat des Kantonsspitals und vom Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber über die Zukunftspläne für das Spital Laufen informiert.

Eingangsbereich des Spitals Laufen.

Bildlegende: Spital Laufen soll seine Geburtsabteilung verlieren. zVg

Dabei habe sie feststellen dürfen, dass das Spital Laufen insgesamt gestärkt werde. «Mit dem Ausbau der Akutgeriatrie und der Rehabilitation wird sogar am Standort Laufen investiert. Daher kann ich mit der Schliessung der Geburtsabteilung als Kompromiss leben.» Der Laufentalvertrag sei mittlerweile fast 20 Jahre alt. «Es hat sich seither viel geändert im Gesundheitswesen.»

Ähnlich äussert sich der Laufentaler CVP-Landrat Franz Meyer. «Wenn garantiert werden kann, dass im Spital Laufen langfristig die Grundversorgung gesichert ist, bin ich bereit zu diesem Kompromiss.»

Die Regierung entscheidet

Wie es in Laufen weitergeht, entscheidet die Baselbieter Regierung. Der Verwaltungsrat des Kantonsspitals Baselland hat wohl den Antrag gestellt, die Geburtsabteilung zu schliessen. Entscheiden kann er jedoch nicht, obwohl die Spitäler aus der Kantonsverwaltung ausgelagert sind. Der Grund: Der Kanton ist immer noch Eigner der Spitäler. Das letzte Wort hat deshalb die Politik.