Schweizer Rheinsalinen bleiben auf dem Streusalz sitzen

Das milde Winterwetter sorgt dafür, dass die Rheinsalinen signifikant weniger Salz verkauft haben als im vergangenen Jahr. In den Lagerhallen liegt dafür umso mehr Salz.

Die Salzlager in den Rheinsalinen sind voll.

Bildlegende: Die Salzlager in den Rheinsalinen sind voll. Keystone

Im Dezember 2013 verkauften die Rheinsalinen 28'000 Tonnen Auftausalz, wie Geschäftsführer Urs Ch. Hofmeier auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagt. Im Dezember des Vorjahres waren es noch 69'000 Tonnen gewesen. Auch im Januar wurde mit 24'000 Tonnen deutlich weniger Streusalz ausgeliefert als im selben Monat des letzten Jahres, als 64'000 Tonnen verkauft worden waren. Der harte Winter 2012/2013 eignet sich aber nur schlecht als Vergleichswert: Vor Jahresfrist lieferten die Rheinsalinen mit 230'000 Tonnen so viel Auftausalz aus wie noch nie zuvor.

Insbesondere aus dem Mittelland werde in diesem Winter weniger Streusalz nachgefragt, sagt Hofmeier. Zwar sei die Salzproduktion deswegen gedrosselt worden. Beunruhigt ist der Rheinsalinen-Geschäftsführer allerdings nicht: «Wir haben Absätze wie in durchschnittlichen Monaten - aber halt nicht wie in durchschnittlichen Wintermonaten.»

Streusalz macht zwischen 30 und 50 Prozent aus

Nur ein Teil der Salzproduktion ist für den Winterdienst vorgesehen. Laut Hofmeier sind es zwischen 30 und 50 Prozent - je nach Intensität des Winterwetters. Der Rest findet etwa als Speise- oder Gewerbesalz Verwendung.

In den Lagern der Rheinsalinen, zu denen mit dem Saldome 2 bei Möhlin AG der grösste Holzkuppelbau Europas gehört, befinden sich laut Hofmeier derzeit 160'000 Tonnen Salz. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 110'000 Tonnen. Mit Kapazitätsengpässen sind die Rheinsalinen aber nicht konfrontiert: In den Hallen des Unternehmens mit Sitz in Pratteln BL können maximal rund 240'000 Tonnen Salz gelagert werden. «Bei richtiger Lagerung ist Salz unbeschränkt haltbar», sagt Hofmeier.

Der Geschäftsführer rechnet wegen des milden Winters mit einem kleineren Unternehmensgewinn und damit einer kleineren Dividende für die Kantone, in deren Besitz sich die Rheinsalinen befinden. Andererseits hätten die Kantone weniger Geld für den Winterdienst aufwenden müssen. «Unter dem Strich ist das für die Kantone eher positiv», sagt Hofmeier.