«Statt nur Berichte schreiben müssen wir aktiv etwas verändern»

Der Direktor des Tropeninstituts Marcel Tanner geht Ende Juni in Pension. In seinen 18 Jahren als Direktor ist das «Tropeli» zu einem international anerkannten Institut mit 700 Mitarbeitenden weltweit gewachsen. Das habe mit der neuen Ausrichtung zu tun, sagt Tanner.

Als Marcel Tanner das Amt antrat, hiess das «Tropeli» Schweizerisches Tropeninstitut und hatte 200 Mitarbeitende. Heute heisst es Swiss TPH, wobei PH für Public Health steht. «Unter uns reden wir aber immer noch vom 'Tropeli'», sagt Tanner.

Hinter dem neuen Namen steht auch eine neue Ausrichtung des Instituts: Weg von der reinen Forschung hin zur praktischen Arbeit vor Ort. «Das bedeutet, dass man nicht nur Forschungsberichte schreibt und Massnahmen aufzählt, die zu ergreifen sind. Sondern dass man sich aktiv einbringt und dafür sorgt, dass sich etwas verändert», sagt Tanner.

Öffentliche Gesundheit vor Forschung

Diese Erkenntnis habe er gehabt, als er als Wissenschafter in Kamerun unterwegs gewesen sei. Dort sei ihm bewusst geworden, dass die lokale Bevölkerung weit grössere Probleme habe, als die Würmer, für die er sich als Immunologe interessierte. So sei Public Health, also die Öffentliche Gesundheit, immer mehr als Thema in den Vordergrund gerückt. Zum Beispiel auch später in Tanzania, im malariaverseuchten Gebiet von Ifakara. «Ifakara heisst 'Ort zum Sterben', weil die Chance enorm hoch ist, sich mit Malaria zu infizieren.»

Der Ausbau des Tropeninstituts hat zur Folge, dass die Platzverhältnisse an der Basler Socinstrasse in den letzten Jahren immer prekärer wurden. Nun ist ein Umzug in einen Neubau geplant, der im Bachgraben-Areal in Allschwil entstehen soll. Diese Woche haben die beiden Basel einen Staatsvertrag aufgesetzt, wonach das Institut künftig auch vom Kanton Baselland mitfinanziert wird.

Der Vertrag muss zwar noch durch die beiden Kantonsparlamente, Marcel Tanner ist aber optimistisch, dass auch der Baselbieter Landrat trotz schlechten Kantonsfinanzen ja dazu sagt. Tanner, der seine Wurzeln im Oberbaselbiet hat, ist überzeugt: «Für das Baselbiet ist es wichtig, dass es die Universität nicht nur mitfinanziert, sondern auch einen 'Leuchtturm' bekommt.»

(Regionaljournal Basel, 17:30)