Desolater Zustand Steinenberg wird im Herbst für Tramverkehr gesperrt

Die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) sanieren Gleise und Weichen am Steinenberg. Im September sperren sie den Abschnitt deshalb für alle Tramzüge und leiten diese um.

  • Täglich fahren 1900 Tramzüge den Steinenberg hinauf und hinunter
  • Die Schienen sind dort laut BVB in einem «alarmierenden» Zustand
  • Der Steinenberg wird wegen Gleisarbeiten vom 9. - 28. September für Trams gesperrt
  • Saniert werden 525 Schienenmeter, darunter acht Weichen und vier Kreuzungen
  • Für die Sanierung sind 2,9 Millionen Franken veranschlagt
  • Die Trams werden umgeleitet, die Umleitungsstrecken sind noch nicht definitiv

Festgestellt hatten die BVB die Mängel Ende 2015. Im vergangenen Winter kam es wöchentlich zu Schienenbrüche, welche von den BVB-Schweisser-Teams notdürftig geflickt werden mussten, wie die für die Sanierung zuständige Projektleiterin Sabine Brugger vor Ort ausführte. Besonders gelitten hätten die Weichen.

Letztmals waren die Gleise am Steinenberg 2006 saniert worden. Damals wurde ein schalldämpfendes Federsystem eingebaut, um die Konzerte im Stadtcasino vor Tramgerumpel zu verschonen. Dieses System erschwert nun allerdings die Sanierung. Die alten Gleise können nur schrittweise und mit erhöhten Lärmemissionen ausgebaut werden. Die Sanierung dauert drei Wochen. Gearbeitet wird im Drei-Schichtbetrieb, rund um die Uhr, phasenweise auch sonntags.

Über Hälfte der BVB-Gleise mit Schäden

Insgesamt bestehe auf dem Netz der BVB ein «riesiger» baulicher Nachholbedarf, so die BVB. Dies sei auf Versäumnisse der letzten Jahre zurückzuführen. Nur 43 Prozent der Schienen befänden heute in einem «annehmbaren» oder «guten» Zustand. Bei 21 Prozent sei der «wirtschaftlich beste Zeitpunkt für einen Ersatz» überschritten.

Nach Investitionen von 43 Millionen Franken in diesem Jahr wollen die BVB daher bis 2020 jährlich rund 35 Millionen Franken in den Gleisersatz investieren. 2015 waren dafür noch 12,5 Millionen Franken aufgewendet worden, im vergangenen Jahr 17 Millionen.