«Street View» für die Basler Verwaltung

Derzeit erfasst ein Auto, reicht befrachtet mit verschiedenen Kameras, die Stadt Basel und macht alle paar Meter ein Bild der Strasse. Damit soll ein Plan der Stadt Basel entstehen, virtuell und dreidimensional, der allerdings nur der Verwaltung zugänglich sein soll.

Blaues Kombi-Auto mit verschiedenen Kareas auf dem Dach-

Bildlegende: Dieses Auto, mit einigen Kameras mehr auf dem Dach, fährt derzeit durch Basel und fotografiert und filmt. zVg

Eine technische Spielerei oder eine Notwendigkeit? So klar kann Simon Rolli, Leiter des Basler Grundbuch- und Vermessungsamtes, das nicht beantworten. «Es ist beides», sagt er. Da die Verwaltung noch nicht genau wisse, wofür sie das eigene Basler Street View dereinst verwenden könne und auch nicht, wie sich die Technologie in den kommenden Jahren entwickeln werde, könne man schon von einer technischen Spielerei reden, sagt er. Aber: «Wir gehen davon aus, dass wir viele Gänge ins Feld mit diesen virtuellen, dreidimensionalen Plänen Basels ersetzen können», sagt er und fügt an. «Und alleine damit holen wir die Kosten wieder rein.»

130'000 Franken für die kommenden Jahre

Die neuen Bildpläne kosten den Kanton 130'000 Franken in den kommenden zwei bis drei Jahren. Das sei kostengünstig, sagt man beim Baudepartement. Sieht man das reich mit Kameras befrachtete Auto, das noch bis Ende Juli im Grossbasel herum fährt, mag man dies auch glauben. Insgesamt drei Doppelkameras und eine Filmkamera sind auf dem Dach installiert, reichlich Software und Verarbeitungstechnik sind im Kofferraum des Fahrzeugs verstaut. 460 Kilometer, also alle Strassen des Kantons, will man damit abfahren und so im günstigsten Falle eine virtuelle und dreidimensionale Ansicht des ganzen Kantons Basel-Stadt erstellen lassen.

Im Juli macht die damit beauftragte Firma inovitas die Aufnahmen des Grossbasels, im Herbst sollen dann auch das Kleinbasel und womöglich Riehen und Bettingen erfasst werden. Ob die Landgemeinden ebenfalls Teil dieses Systems werden, müsse noch abgeklärt werden, sagt Rolli. Es habe unter anderem damit zu tun, ob sich Riehen und Bettingen an den Kosten beteiligten. Diese Unsicherheiten bestünden auch deshalb, weil es sich derzeit um ein Pilotprojekt handle.

Die virtuelle Karte des Kantons soll - so sich das Pilotprojekt denn als gut erweisen wird - alle paar Jahre erneuert werden. Neben einer mehr oder minder aktuellen Erfassung Basels hätte man so auch gleich die Möglichkeit, eine historische Bildserie aller Strassen zu bekommen, quasi als Zusatz.

Vor dem Bildschirm, anstatt im Feld

Der Anwendungsbereich dieser neuen Karten sei vielfältig - und bis anhin noch nicht einmal klar umrissen, sagt Simon Rolli. «Wenn wir aber beispielsweise wissen wollen, ob ein Trottoirrand rollstuhlgängig ist oder ein Schwertransporter unter einer bestimmten Leitung durchkommt, müssen wir nun nicht mehr rausgehen und messen, sondern können dies vom Bürotisch aus am Bildschirm tun.» Oft würden auch verschiedene Verwaltungsstellen an einem Projekt arbeiten. Diese könnten dann mit denselben Bildern arbeiten und so weniger, und wenn doch, dann gezielter Besichtigungen durchführen.

Die Basler Pläne sind nur für die Verwaltung gedacht. Sie werden den einzelnen Angestellten je nach Bedarf zugänglich gemacht. Dennoch müsse man die Bilder anonymisieren, sprich Gesichter und Autonummern unkenntlich machen. So sei die Vorgabe des Datenschutzbeauftragten, sagt Rolli. Obwohl die Bilder nur verwaltungsintern benutzt würden.

Dass sie künftig einmal der ganzen Bevölkerung zugänglich gemacht werden, scheint aufgrund dieser Anonymisierung nicht unmöglich. Doch innnerhalb der Verwaltung sagt man dazu vorerst nichts, schliesslich handle es sich um ein verwaltungsinternes Instrument, um die internen Abläufe zu optimieren.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)