Teurer Kirchenunterhalt ist eine Hypothek für die Landeskirchen

Die evangelisch-reformierte Kirche Basel zählt derzeit noch rund 30'000 zahlende Mitglieder. In den 60er Jahren waren es noch rund 130'000. Die Steuererträge sinken, während der Unterhalt von Kirchen immer teurer wird. Deshalb ist auch der Abriss einzelner Kirchen kein Tabu.

Ansicht der Matthäuskirche.

Bildlegende: Sie gibt dem Quartier seinen Namen, die Matthäuskirche. Sonntags-Gottesdienste sollen hier keine mehr stattfinden. SRF

Der Unterhalt der Gebäude komme der evangelisch-reformierten Kirche enorm teuer, sagt der Basler Kirchenrat, Stephan Maurer, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF: «Die Kosten sind so horrend, wir reden da von Millionenbeträgen, da können wir langfristig unmöglich alles halten.»

Optionen sind deshalb Umnutzungen aber auch ein Abriss von Kirchen kein Tabu. Gleichzeitig sei jedoch auch der Kanton gefordert, so Maurer. Das Geld, das die evangelisch-reformierte Kirche bis anhin vom Kanton erhält für Kirchensanierungen, reiche bei weitem nicht aus.

Schwierige Umnutzung

Einfach umsetzbar sei ein Abriss oder auch eine Umnutzung aber nicht: 22 der 26 evangelisch-reformierten Kirchen in Basel stehen unter Denkmalschutz. So dürften beispielsweise nicht einmal die Kirchenbänke durch Stühle ersetzt werden. «So landeten schon einige gute Ideen für eine Kirchen-Umnutzung auf dem Aktenberg», sagt Stephan Maurer.

Bei drei Gebäuden sind diese Auflagen weniger streng. Diese stehen im Hirzbrunnenquartier, in Kleinhüningen und Bettingen. Da denkt die evangelisch-reformierte Kirche offen über einen Abriss nach. Stephan Maurer könnte sich vorstellen, den Platz für Wohnüberbauungen frei zu geben.

Sparpotential sieht die evangelisch-reformierte Kirche im Kleinbasel: Diesen Sonntag findet in der Matthäus-Kirche voraussichtlich der letzte Sonntags-Gottesdienst statt.