Theater ohne Schauspieler und Bühne am Basler Theaterfestival

Die französische Künstlergruppe Boijeot.Renauld.Turon veranstaltet eine Zügelparcours durch die Stadt. Zwölf Tage lang leben sie auf der Strasse, schleppen Betten, Tische und Stühle durch die Strassen und leben draussen. Dabei ist unklar, wer Zuschauer und wo das Spektakel ist.

Mann steht auf einem Platz, im Hintergrund sieht man ein Basler Trämmli. Man sieht ihn von hinten, er hat Bretter in der Hand.

Bildlegende: In Birsfelden hat die französische Künstlergruppe ihren Parcours gestartet. zVg

Auf der Webseite des Künstlertrios sind unzählige Fotos zu sehen von ähnlichen Aktionen. Die drei jungen Franzosen leben jeweils mehrere Tage auf und in den Strassen. Sie stellen Möbel, Betten, Tische, Stühle in den öffentlichen Raum und fragen dabei, wie öffentlich dieser Raum noch ist.

In Basel absolviert das «Reisebüro», wie sie die Aktion hier nennen, einen Parcours von Birsfelden zur Kaserne. Die dreieinhalb Kilometer wollen die Künstler in zwölf Tagen zurücklegen. Und wer mitmachen will, ist willkommen. Jeden Tag um 12 Uhr können Interessierte bei der Kaserne einchecken und dann eine Wohneinheit beziehen und 24 Stunden mitzügeln.

Wer mitmache, verstehe bald, um was es ihnen gehe, sagt der Theatermacher Nicolas Turon. Und wer dann tatsächlich mitmacht, stellt sich bald die Frage, ob er oder sie selber die Zuschauer sind, die dem Alltagsleben zuschauen. Oder ob die Passanten die Zuschauer sind, die den Leuten zuschauen, welche auf der Strasse leben und ihr Mobiliar durch die Stadt tragen. Dies, sagt Turon, sei genau die richtige Frage.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)