Tiefer Euro macht Basler Ladenbesitzer kreativ

Der starke Franken macht vielen Detailhändlern das Leben schwer. Sie haben Angst ihre Kunden an das Ausland zu verlieren. Mit kreativen Ansätzen trotzen sie diesem Trend.

Bücher liegen auf

Bildlegende: Buchhändler waren schon vor der Eurokrise unter Druck. Jetzt sind kreative Ansätze gefragt. Keystone

Das Sportgeschäft «Scheiwi» mitten im Dorfkern von Arlesheim hat sein Schicksal selbst in die Hand genommen. Eine Woche nachdem die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs für den Euro aufgehoben hat, hat Scheiwi-Sport einen eigenen Eurokurs festgestetzt.

Schweizer Kunden in der Schweiz behalten

«Wer einen Joggingschuh für 125 Franken kauft, bezahlt 100 Euro», erklärt Geschäftsinhalber Andy Scheiwiller seine Strategie. Eine Strategie, die für Kundinnen und Kunden lukrativ ist und sie vom Abwandern nach Deutschland abhalten soll. Eine Strategie, die den Sportartikelverkäufer aber etwas kostet: 20 Rappen bezahlt Andy Scheiwiller pro Euro drauf.

Mit Schoggitalern die Kunden binden

Kreativ werden. Ideen generieren. Das ist auch für die Buchhändler der Region überlebenswichtig. Die Buchbranche, die schon vor dem Eurosturz unter Druck stand, vor allem durch das Internet, ist gefordert. Die Lösungsansätze hier sind so unterschiedlich wie die Bücher zweier verschiedener Autoren.

Die Buchhandlung Pfister mitten in der Basler Innenstadt versucht es mit Kundenbindung. Annemarie Pfister gibt jeder Kundin, jedem Kunden einen Schoggitaler. Ein symbolischer Akt sei es. Sie wolle durch die Abgabe der Schoggimünzen mit den Kunden ins Gespräch kommen und auf die schwierige finanzielle Situation aufmerksam machen.

Buchhänder Matthyas Jenny setzt auf Rabatt. Er führt den «Euro-Tag» ein. Das heisst: Jeden Samstag gibt es Bücher zum Europreis. Ein Angebot, das sich nicht jede Bücherei in der Region leisten kann und will. Jenny Buchhandlung ist da eher ein Exot unter seinesgleichen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)