Tiefere Abfallgebühren sorgen in Liestal für Diskussionen

In Liestal werden die Abfallsäcke billiger. Für die meisten Einwohner dürfte dies ein Grund zur Freude sein. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

Abfall in einem Abfalleimer.

Bildlegende: In Liestal kostet das Entsorgen von Abfall künftig weniger. Keystone

Neu kostet der 35 Liter-Abfallsack in Liestal 1.50 Franken und nicht mehr 2.40 Franken wie bisher. Einwohnerrat Roman Schmied (Grüne) ist nicht glücklich über die Preissenkung: «Wenn der Abfallsack günstiger wird, sinkt auch der Anreiz, den Abfall zu trennen.»

Ausserdem befürchtet er, dass Auswärtige vermehrt ihren Abfall in Liestal entsorgen. «Wenn die Gebühren hier viel tiefer sind, dann ist die Versuchung gross, den Abfall nicht in der eigenen Gemeinde zu entsorgen, sondern hier in Liestal», so Schmied weiter.

Liestal befürchtet keinen «Abfalltourismus»

Diese Befürchtung teilt SP-Stadträtin Regula Nebiker nicht. Schliesslich sei der Abfallsack immer noch kostenpflichtig. Und die Hürde für Auswärtige, eine Abfallvignette zu kaufen und den Abfall anschliessend in Liestal zu deponieren, sei zu gross.

Liestal und weitere Gemeinden im Baselbiet profitieren von einer Gebührenrückerstattung der IWB. Die Abfallverbrennung ist günstiger geworden und die IWB geben den Kostenrückgang weiter. Liestal erhielt rund eine Million Franken zurück. «Damit hätten wir auch zwei Jahre lang ganz auf eine Abfallgebühr verzichten können», sagt Nebiker. «Dann wäre der Abfalltourismus aber tatsächlich zum Thema geworden».

Schlussendlich habe sich der Stadtrat dafür entschieden, die Abfallgebühr für fünf Jahre zu senken. «In dieser Zeit wollen wir beobachten, wie sich die Abfall-Situation entwickelt», so Nebiker.