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Traditionssport im Wandel Auf dem Rhein Weidling fahren wird bei Frauen immer beliebter

Zwei Personen in einem Weidling
Legende: Immer häufiger stehen auch Frauen in einem Weidling. SRF/Franz Baur

Wasserfahren ist ein traditioneller Basler Sport. Er galt lange als Domäne der kräftigen Männer, die in ihrem Weidling stehend rheinaufwärts stacheln und abwärts rudern. Doch seit einigen Jahren gibt es bei Wettbewerben neben den reinen Männerbooten auch eine Frauen- und eine Mixed-Kategorie. Eine Traditionssportart hat den Schritt in die Moderne vollzogen.

Patrick Borer und Denise Hausherr vom Fischerclub Basel haben kürzlich das nationale «Sie- und Er-Wettfahren» unterhalb der Mittleren Brücke gewonnen. Auch wenn für ihn Frauen im Weidling heute selbstverständlich sind, hat Patrick Borer noch die alten Zeiten miterlebt. «Damals dominierte die Männergesellschaft «am Bach unde». Diese Männer hatten eine Familie und sie brachten auch ihre Töchter an den Rhein. Und diese hatten mit der Zeit den Wunsch, auch einmal zu fahren.»

Generationenfrage

Die heute 45-jährige Denise Hausherr gehört zu jenen Töchtern, die so die Freude am Wasserfahren entdeckten: «Für mich war es selbstverständlich, dass Mann und Frau das gleiche Recht haben. Meine Generation stellte sich die Frage, warum wir dies und jenes nicht auch machen dürfen. Dann setzten die Diskussionen ein.» Zuerst seien die Frauen noch belächelt worden. «Das änderte sich aber immer mehr, ähnlich wie bei der Fasnacht. Früher nahmen dort auch nur Männer aktiv daran teil», sagt der 47 Jahre alte Patrick Borer.

Mit Frauen die Zukunft sichern

Denise Hausherr ist vom Wasserfahren fasziniert: «Es ist eine ausgefallene Sportart, die in der breiten Masse nicht so bekannt ist.» Wasserfahren sei noch immer keine typische Frauen-Sportart, weil sie sehr kraftintensiv ist. «Deshalb bin ich aber keine untypische Frau», schmunzelt Denise Hausherr.

Dass Frauen nun bei den Wasserfahrern zugelassen sind, hilft mit, die Zukunft dieser traditionellen Sportart zu sichern. Patrick Borer ist überzeugt: «Über kurz oder lang hätten wir keine so grosse Chance gehabt, zu überleben. Überhaupt kann ich mir nicht mehr vorstellen, keine Frau mehr «am Bach unde» zu haben. Da würde uns heute etwas fehlen.»

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