«Trämli» muss in Allschwil im Schneckentempo fahren

Baselland wollte die ganze Strasse erneuern und dabei auch die Geleise auswechseln. Doch nun wird die Strasse nicht erneuert und das Tram muss auf den alten Geleisen fahren – langsam, aus Sicherheitsgründen.

Ein BVB Tram.

Bildlegende: Das Tram muss auf den alten Gleisen «schleichen». SRF/Sedrik Eichkorn

Auf der Höhe des Gemeindehauses in Allschwil fährt das Tram Nummer sechs langsam, nur gerade 10 Kilometer pro Stunde. Grund dafür sind die Gleise, die erneuert werden sollten. Michael Bont, der bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) für die Infrastruktur zuständig ist, sagt: «Die Gleise sind am Lebensende oder eigentlich schon fast drüber.»

«Pflästerlipolitik»

Ursprünglich wollte der Kanton Baselland, auf dessen Boden die Schienen sind, diese auch erneuern, im Zuge der Gesamterneuerung der Baslerstrasse. Doch dann legte er das Projekt aus Spargründen auf die lange Bank und damit auch die Sanierung der 60 Jahre alten Geleise.

«  Die Gleise sind am Lebensende oder eigentlich schon fast drüber. »

Michael Bont
BVB, zuständig für Infrastruktur

Zwei Arbeiter schleifen mit einer Maschine an einem Gleis.

Bildlegende: Arbeiter holen das Letzte aus den alten Gleisen raus. SRF/Sedrik Eichkorn

Statt der Gesamterneuerung betreibt der Kanton nun «Pflästerlipolitik». Geplant ist, die Schienen an gewissen Orten zu ersetzen. So will das Baselbiet Zeit gewinnen, bis zur Gesamtsanierung in ein paar Jahren und damit Geld sparen. Diese Politik sei aber vermutlich kurzfristig gedacht: «Wir müssen in Kauf nehmen, dass wir einen Zusatzaufwand haben, weil wir im Moment zuerst dringende Sofortmassnahmen realisieren», sagt Urs Roth, der im Baselbieter Tiefbauamt die Abteilung Verkehrs-Infrastruktur leitet. Neben den aktuellen Aufwendungen würde die Gesamtsanierung in einigen Jahren trotzdem wieder anfallen.

Schneckentempo aus Sicherheitsgründen

Deshalb muss das «Trämli» weiter langsam fahren. Auf den alten, abgenutzten Schienen ist der Bremsweg nämlich länger. Und um gefährliche Situationen möglichst zu vermeiden, fährt das Tram auf diesem Abschnitt nun besonders langsam. Tue Baselland nichts, kämen weitere «Langsamstrecken» dazu, befürchtet die BVB. Nütze auch das nichts mehr, müssten die BVB in Allschwil auf Busse umsteigen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)