Ueber 40 Jahre im Basler Grossrat

Die Liberale Christine Wirz-von Planta hat 26 Jahre im Grossen Rat politisiert, Urs Müller (Basta) bringt es auf 15 Jahre. Beide räumen ein halbes Jahr vor den Wahlen ihre Sessel, damit Nachrückende im Oktober mit dem Bisherigen-Bonus zu den Wahlen antreten können.

Bereits von 1986 bis 1997 sass Christine Wirz-von Planta für die Basler Liberalen während 11 Jahren im Grossen Rat. Nach weiteren 15 Jahren beendet sie nun nach der April-Sitzung definitiv ihre Karriere als Kantons-Parlamentarierin.

Bereits am vergangenen Mittwoch hatte Urs Müller seinen letzten im Basler Rathaus. Er sass seit 15 Jahren für die Linkspartei Basta im Grossen Rat. An diesem letzten Sitzungstag sei schon etwas Wehmut aufgekommen: «Ich sass still da und vor mir lief ein Film der letzten 15 Jahre ab.»

Vorzeitiger Rücktritt

Beide räumen ihre Sessel vorzeitig, ein knappes Jahr vor Ablauf der Legislaturperiode. So erlauben sie den Nachrückenden, im Herbst mit dem Bisherigen-Bonus zu den Wahlen anzutreten. «Nach insgesamt 26 Jahren kommt es auf ein halbes Jahr mehr oder weniger nicht drauf an», sagt Christine Wirz-von Planta. Es sei schon erstaunlich, wie viele Parteien sie in all den Jahren habe kommen und gehen sehen: «LdU, Autopartei, PdA oder Poch habe ich miterlebt.» Früher hätten auch alle Mundart geredet im Rat, und auch der Umgangston sei angriffiger geworden.

Die grösste Veränderung sieht die Grande Dame der Basler Liberalen jedoch darin, dass heute der Grosse Rat viel mehr und zu detaillierte Gesetze schaffen würde, was ihr auch Sorgen für die Zukunft mache. Das sei auch nötig, widerspricht Urs Müller. Gerade die Kantonalbank habe gezeigt, dass es mit einem schlanken Gesetz, das wenig regelt, nicht getan sei.

Der «Quotenmann»

Im Hinblick auf die Regierungs-Wahlen im Herbst kritisiert Urs Müller, dass von bürgerlicher Seite keine Frau kandidiert. Ihre Partei habe eben keine Quoten, und das sei gut so, sagt Christine Wirz-von Planta. Auch seine Partei habe keine Quoten, kontert Urs Müller, der sich ironisch als «Quotenmann» von Basta bezeichnet. Aber es sei wichtig, dass die wichtigen Gremien ein Abbild der Gesellschaft seien.

Ob er am 23.Oktober im Wahlzentrum in der Messe anzutreffen sei, wisse er noch nicht, sagt Urs Müller, vielleicht sei er dann auch ganz wo anders. Anders Christine Wirz-von Planta: «Ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, um dort zu sein. Ich will wissen, wie das weitergeht und ich will allen gratulieren.»

(Regionaljournal Basel, 17:30)