Universitäre Psychiatrische Kliniken treiben Neubau voran

Keine Zeit verlieren: Diesem Grundsatz verschreibt sich die Leitung der Universitären Psychiatrischen Kliniken. Sie treibt den Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie trotz der hängigen Volksinitiative voran.

Strassenschild, das den Weg zur Universitären Psychiatrischen Kliniken zeigt.

Bildlegende: Am Stradtrand Richtung Elsass weist das Strassenschild zu den Universitären Psychiatrischen Kliniken von Basel. Keystone

«Der Verwaltungsrat hat entschieden, das Vorprojekt für den Neubau am südöstlichen Standort des UPK-Campus in Auftrag zu geben», so Andreas Windel, stellvertretender CEO der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Konkret bedeutet dies, dass der Neubau voran getrieben wird. «Das Vorprojekt hat zwei Ziele: Zum einen sollen die genauen Kosten ermittelt werden, zum anderen soll der Neubau bezüglich Raum- und Funktionsprogramm definitiv geplant werden», erklärt Andreas Windel.

«  Wir nehmen dieses Risiko in Kauf »

Andreas Windel
stv. CEO UPK

370'000 Franken nehmen die UPK für das Vorprojekt in die Hand. Dies, obwohl eine Gruppe von Initianten und Initiantinnen derweil Unterschriften sammelt für eine Kinder- und Jugendpsychiatrie im Herzen der Stadt. «Wir nehmen dieses Risiko in Kauf», so Windel. Man habe mehrere Standorte in der Stadt geprüft, etwa das Waisenhaus oder das Erlenmattgebiet, habe aber überall einen negativen Entscheid bekommen. Zudem besteche der Standort auf dem Areal der Erwachsenenpsychiatrie durch viele Vorteile. Deshalb, so Windel, sei er überzeugt, «dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Gesprächsbereitschaft

Dass die UPK mit der Vergabe des Vorprojekts vorpresche und die Gegner und Gegnerinnen des Standorts vor den Kopf stosse, das glaubt Andreas Windel nicht. «Wir signalisieren ja jederzeit Gesprächsbereitschaft.» Im Moment sei man daran, mit den Initianten das Gespräch zu suchen. «Es ist wichtig, dass wir eine gute Lösung finden.»

Initiativkomitee gibt nicht nach

Doch Christoph Strebel, Kinder- und Jugendpsychiater in Basel und einer der Initianten, zeigt sich überrascht. Eigentlich sei man in letzter Zeit einen Schritt aufeinander zugegangen. «Wir haben gemerkt, dass Gesprächsbereitschaft da ist. Wenn nun das Vorprojekt vergeben wurde, dann weiss ich nicht wie gross die Gesprächsbereitschaft effektiv ist.» Dennoch werde er an den Gesprächen teilnehmen und seine Argumente einbringen. Nach wie vor glaubt das Initiativkomitee an einen Standort im Herzen der Stadt. «Bisher hat einfach der politische Wille gefehlt. Der zuständige Regierungsrat Carlo Conti hat sich nicht wirklich für die Kinder interessiert», so Strebel.

Frauenspital oder Tropeninstitut?

Konkret denkt Christoph Strebel an das Areal des alten Frauenspitals. Auf Anfrage beim Universitätsspital heisst es jedoch, dass das gesamte Areal für den ETH Neubau gebraucht werde. Als weitere Option nennt Christoph Strebel die Räume des Tropeninstituts an der Socinstrasse. Dort heisst es jedoch auf Anfrage, dass man frühestens 2019 gehe und was dann passiere, sei noch völlig offen.

So oder so sammeln die Initianten weiter Unterschriften. Es laufe gut und man wolle im Sommer genügend Unterschriften beisammen haben.

Ob der abtretende Regierungsrat Conti - der sich heute nicht zum Thema äussern wollte - das Geschäft noch in seiner Amtszeit zu einem guten Abschluss führen kann, ist fraglich. Es sieht eher danach aus, dass er dieses Rucksäckchen seiner Nachfolge übergibt.