Verunsicherung und Kritik rund ums neue Basler Verkehrskonzept

Das neue Verkehrskonzept für die Innenstadt soll den Verkehr im Zentrum Basels beruhigen. Bei der betroffenen Bevölkerung sorgt das neue Konzept hingegen eher für Unruhe. Speziell die Entfernung von Zebrastreifen hat Eltern und ältere Menschen geärgert.

Fussgängerstreifen

Bildlegende: Ab dem 1. Januar 2015 tritt das neue Verkehrsregime in Basels Innenstadt in Kraft. Keystone

Schritt für Schritt wird das neue Verkehrskonzept Basler Innenstadt eingeführt. Mit der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 und der Aufhebung vieler Zebrastreifen haben allerdings viele Basler ihre Probleme.

Unbehagen bei Eltern und Senioren

Speziell ungehalten zeigen sich Eltern im Kleinbasel, die sich nicht mehr trauen, ihre Kinder ohne Begleitung in die Schule zu schicken. Dies als Folge davon, dass wichtige Fussgänger-Übergänge etwa an der Rebgasse oder am Claragraben aufgehoben wurden. So sagt eine betroffene Mutter: «Ich finde es sehr gefährlich. Meine Tochter möchte gerne alleine in die Schule gehen. Aber sie darf nicht allein gehen, weil ich wirklich Angst habe, dass etwas passiert.»

Auch ältere Menschen stossen sich an der neuen Regelung, die zur Aufhebung einzelner Zebrastreifen geführt hat. So sagt ein älterer Mann: «Schauen Sie, hier an der Hammerstrasse hat man den Zebrastreifen weggenommen. Ich bin angeschlagen. Ich dann muss ich immer einen Umweg machen.» Oder eine ältere Dame sagt: «Man weiss nicht mehr, darf man jetzt hinübergehen oder nicht.»

Zu den Leidtragenden gehören auch Velofahrende, die Mühe mit der neuen Vortritts-Regel haben. In den Tempo 30-Zonen gilt zwar generell Rechtsvortritt, ob die Autofahrer darauf Rücksicht nehmen, sei aber alles andere als sicher, argumentieren sie. Oder wie eine Velofahrerin auf dem Weg in die Basler Innenstadt meint: «Diese neue Regelung ist noch nicht in den Köpfen der Autofahrer, aber auch der Velofahrer. Ich habe das Gefühl, farbige Punkte oder eine deutlichere Markierung würden da helfen.»

«Es braucht eine Angewöhnungszeit»

Pragmatisch sieht Romeo Di Nucci, Projektleiter für das neue Verkehrskonzept beim Amt für Mobilität, die Umsetzung des neuen Verkehrskonzepts: «Wie bei allen Sachen, die neu sind, braucht es eine gewisse Angewöhnungszeit.» Er weist darauf hin, dass rund zwei Drittel der Zebrastreifen auf den Strassen belassen wurden. Auch betont er, man habe darauf geschaut habe, dass einzelne Quartierzellen untereinander verbunden bleiben.

Immerhin, gewisse Anpassungen seien geplant. So sagt Di Nucci: «Beim Kasernenareal suchen wir, auf der Höhe der Tramhaltestelle eine neue Verbindung mit Zebrastreifen zu schaffen.»

Ausserdem werde man im nächsten Spätsommer kontrollieren, ob die neuen Tempo-Regeln vom Gros der Verkehrsteilnehmer eingehalten werden. Auch sollen neue Signalisations-Anlagen für Tempo-Überschreitungen angeschafft und bei Überschreitungen mit Bussen geahndet werden.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)