Voller Waaghof - Gefangenen-Vertreter machen sich Sorgen

Wenn ein Gefängnis überfüllt ist, dann führe dies zu Stresssituationen für die Inhaftierten, sagt ein Strafverteidiger.

Fensterfront des Gefängnisses Waaghof mit Baumallee davor.

Bildlegende: Ist im überfüllten Gefängnis Waaghof die Sicherheit noch gewährleistet? Juri Weiss

Das Basler Untersuchungsgefängnis Waaghof ist überfüllt. Das Gebäude ist konzipiert für 139 Gefangene, derzeit sind aber rund 160 Männer und Frauen inhaftiert. Um das Gefängnis ein wenig zu entlasten, werden nun Notbetten installiert.

Für Denise Graf von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist damit das Problem jedoch nicht gelöst. «Wenn ein Gefängnis überfüllt ist, dann kann die Sicherheit der Inhaftierten und dem Personal darunter leiden.» Zudem seien bisweilen die Rechte der Inhaftieren eingeschränkt - etwa das Recht, Besuch zu empfangen.

Ähnliche Bedenken äussert der Basler Strafverteidiger und SP-Grossrat Christian von Wartburg. Das Hauptproblem des Waaghofes sei, dass er zu viele Gefangene aufnehmen müsse, die eigentlich nicht mehr in Untesuchungshaft sein müssten, sondern in einer Vollzugsanstalt. «Für die Menschen, die das betrifft, ist das sehr einschneidend, weil in der Untersuchungshaft strengere Regeln gelten.»

Christian von Wartburg sieht in der aktuellen Situation in Basel auch die Politik gefordert. «Es kann nicht sein, dass die Politiker nach immer härteren Strafen rufen und dann zu wenig Gefängnisplätze zur Verfügung stellen, um die Strafen zu vollziehen.»