«In Basel muss man keine Angst haben, aber gut beobachten»

Wochengast: Journalist und Maghreb-Kenner Beat Stauffer. Er warnt nach den vielen Schlagzeilen um ein Islamisten-Netzwerk in Basel davor, in Hysterie zu verfallen. Zu viele Fragen seien noch offen. Auch sei es falsch, die Mitglieder der Faysal-Moschee unter Generalverdacht zu stellen.

Beat Stauffer beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Thema Islamismus und bereiste den Maghreb mehrere Male. Er beobachtet auch die Islamisten-Szene in Basel. Trotz der vielen Meldungen über ein Islamisten-Netzwerk sagt er: «In Basel muss man keine Angst haben.» Es sei aber wichtig, gut hinzuschauen, vor allem auch in den Moscheen.

Eine Moschee steht besonders im Fokus: Die Faysal-Moschee an der Basler Friedensgasse. Stauffer war hier mehrere Male zu Gast. «Das Umfeld dieser Moschee hat sich immer wieder verändert», sagt er. Zwar gingen dort seit Jahren Islamisten ein und aus, aber: «Ein Islamist ist nicht automatisch ein Dschihadist. Islamisten leben eine konservative Form des Islam. Aber gefährlich sind sie deswegen nicht.» Es sei deswegen falsch, die ganze Moschee unter Generalverdacht zu stellen. «Ausserdem gibt es in Basel noch andere Moscheen. Und Radikalisierungen finden auch in Sportvereinen oder Jugendtreffs statt.»

Im Unterschied zu anderen Städten gebe es in Basel nur eine Person, die verdächtigt wird, in terroristische Gebiete gereist zu sein. Der sogenannte «Apotheker» ging in Basel zur Schule und sitzt nun in Ausschaffungshaft. «Da er noch jung ist, gibt es bei ihm eine Chance, dass man ihn sozusagen umerziehen kann», sagt Stauffer. Bei älteren Radikalen sei dies schwieriger. «Da kann ich mir auch eine Art Schutzhaft vorstellen, oder aber, dass man sie in muslimische Länder abschiebt.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)