175 Jahre Brienzersee-Schifffahrt: Geschichte mit Wellengang

Dampfschiffe fuhren früher Gäste zu den Hotels. Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges 1914 stand die Flotte nahezu still. Heute gilt der BLS-Fahrplan.

Gerhard Schmid steht stolz vor seinem «Bijou», dem Dampfschiff «Lötschberg» auf dem Brienzersee.

Bildlegende: Gerhard Schmid steht stolz vor seinem «Bijou», dem Dampfschiff «Lötschberg» am Ufer des Brienzersees. SRF

«Auch bei schlechtem Wetter ist die Schifffahrt schön», meint Gerhard Schmid, der Präsident der Dampferfreunde Thuner- und Brienzersee. «Heute kommen die Gäste ja meist nur bei schönem Wetter.» Früher sei das anders gewesen. Gewiefte Touristiker holten vor 175 Jahren die ersten Dampfboote auf den Brienzer- und Thunersee. Diese brachten die Gäste in die Seehotels - und wurden für Rundfahrten eingesetzt. «Die Konkurrenz war natürlich gross.»

Später schlossen sich die Dampfschiffbetreiber zusammen und 1913 übernahm die BLS die Schiffe auf dem Brienzersee. Nur wusste damals noch niemand, dass 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht. «Die Touristen blieben aus und die frisch bestellte «Lötschberg» wurde erst einmal eingemottet», erzählt Gerhard Schmid.

Heute ist sie das letzte Dampfschiff auf dem Brienzersee - und feiert dieses Jahr ihren hundertsten Geburtstag. Gerhard Schmid und seine Dampferfreunde haben viel Energie und Geld in die Erhaltung gesteckt. «Das ist pure Leidenschaft», sagt er und schaut seinem «Bijou» beim Ablegen zu.

(hafj; Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)