90 Minuten Irrsinn: Musiktheater über Adolf Wölfli

Zum 150. Geburstag von Adolf Wölfli nimmt sich ein Theaterstück des Künstlers an, der die letzten 35 Jahre seines Lebens in der psychiatrischen Anstalt Waldau Bern verbrachte. Enge Zelle und Wahnsinn hielten ihn nicht von der künstlerischen Arbeit ab - im Gegenteil.

Im Zentrum der Aufführung steht Adolf Wölfli selbst in seiner Zelle.

Bildlegende: Im Zentrum der Aufführung steht Adolf Wölfli selbst in seiner Zelle. SRF

«Wölfli war einer der ersten Psychiatriepatienten, welcher in der Kunst wahrgenommen wurde», erklärt die Komponistin Helena Winkelmann. Die Leute seinen von seiner rohen und direkt Art begeistert gewesen. Adolf Wöfli wuchs in armen Verhältnissen auf und erlebte als Verdingbub wohl viel Leid. «Das spiegelte sich dann in seiner Kunst wieder», meint Helena Winkelmann. Er sei ein Wahnsinniger gewesen – und habe das auch immer wieder für sich selbst in Anspruch genommen.

Zusammen mit der Regisseurin Meret Matter bringt die Musikerin das 90-minütige Stück «Das Allmachtsrohr» auf die Bühne der Dampfzentrale. Dabei wollen die beiden Frauen nicht nur einfach Stoff aus dem Werk von Adolf Wölfli aufarbeiten, sondern auch den Künstler selbst inszenieren. «Im Zentrum der Aufführung steht die Zelle, in welcher Wöfli in der Anstalt war. Und aus dieser heraus machen mir Ausflüge in sein künstlerische Universum», erzählt Meret Matter. Die Schauspieler haben dabei immer Unterstützung von Musikern, die links und rechts auf der Bühne spielen.

Das Musiktheater «Das Allmachtsrohr» ist Teil der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag von Adolf Wölfli. Es wird am 4. und 5. Oktober in der Berner Dampfzentrale uraufgeführt.

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