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Bern Freiburg Wallis «Accos»: Bremsklotz gegen den Kirchenaustritt von Jugendlichen

Zuerst die Taufe, dann die Konfirmation und kurze Zeit später der Austritt - so sieht für viele Jugendliche die «Karriere» in der Kirche aus. Das muss nicht sein: wie ein Projekt in der reformierten Landeskirche in den Kantonen Bern und Freiburg zeigt.

Legende: Audio Besuch im Konfirmationslager abspielen.
6:05 min

Ein neuer Lebensabschnitt ist meist der Auslöser für einen Austritt aus der reformierten Kirche: Wenn Jugendliche in einer fremden Stadt ihr Studium beginnen, von zuhause ausziehen oder zum ersten Mal Steuern bezahlen, schicken sie häufig auch gleich ihr Austrittsschreiben ab. Gott und die Kirche sind für sie out. Wie langjährige Erfahrungen zeigen, treten unter 30Jährige am häufigsten aus der reformierten Kirche aus.

Jugendliche Begleiter

Um die Jugendlichen in der Kirche zu behalten, gibt es das Projekt «Accos». Der Name stammt aus dem Französischen und ist Programm: «accompagner» für begleiten. Jugendliche arbeiten nach ihrer Konfirmation weiter in der kirchlichen Jugendarbeit mit, nehmen an Weiterbildungskursen teil, absolvieren ein Praktikum im kirchlichen Unterricht und sind dabei, wenn die Konfirmandinnen und Konfirmanden auf einen Ausflug gehen oder im Lager sind. Die Idee kommt aus dem Welschland und wird in der Freiburger Kirche mit Erfolg umgesetzt. Auch ein paar Bernische Kirchgemeinden haben sich angeschlossen.

Geben und nehmen

Erfolgreich verläuft das Projekt zum Beispiel in der freiburgischen Kirchgemeinde Cordast. Gut ein Dutzend «Accos» bereiten hier die Jugendlichen auf die Konfirmation vor.

Die Jugendlichen kommen hauptsächlich aus Gurmels. Die Teilnehmer des Projekts sind sich einig: Die Arbeit mit den nur wenig jüngeren Konfirmandinnen und Konfirmanden macht Spass. Zudem erhalten die «Accos» auch viel zurück. Ihnen wird viel Wertschätzung entgegengebracht, was wiederum ihr Selbstwertgefühl steigert.

Pfarrer Lorenz Hänni.
Legende: Pfarrer Lorenz Hänni. SRF

5 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Mit Religionsfreiheit hat das aber gar nichts zu tun. Da werden gerade Junge zu einem Religionsunterricht gezwungen, der auf reinen Märli basiert. Statt den Jungen aufzuzeigen, dass man menschlich und nächstenlieb leben kann, mutieren aber die meisten Schweizer zu Egoisten und Neidern, die selbst ihre Freunde verpfeifen. DAS ist sicher nicht christlich. Unsere Staatsreligion ist die schlimmste Sekte. Tritt man aus, ruft sogar der Pfarrer um einem die Hölle zu wünschen. Man sieht sich....
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Gebe Ihnen vollkommen recht, passend dazu: Sie predigten Wasser und tranken Wein...
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    ...........Jugendliche beschäftigen sich bis zur Konfirmation mit Gott........................ so der Blickfang.. Und die Wahrheit? Die Jugendlichen MUESSEN sich auf Anordnung der Eltern mit Gott befassen darum ist nicht erstaunlich wenn Viele bei religioeser Volljaehrigkeit ihr Recht wahrnehmen und diese unglaubwuerdige Institution schleunigst verlassen... Religion hat so viel Elend, Mord und Totschlag ueber diese Welt gebracht und tut es noch... alles im Namen eines Gottes... schrecklich!
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    1. Antwort von S. Sugano, Therwil
      Ich gebe ihnen recht, wenn man alleine an die Kreuzzuege, die Inquisition und die Assimilierung denkt wird es einem Schlecht, es geht schon lange nicht mehr um Glauben, sondern um Macht... Der Glaube ist das eine, aber die Institutaion was ganz anderes...
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    2. Antwort von A. Schweigler, ZH
      Jugendliche beschäftigen sich bis zur Konfirmation mit Gott ja weil sie müssen ( Pflichfach ) und oder in den Unti geschickt werden . Bei nachfragen würden über 80% ihre Freizeit lieber anders gestalten weil es im Unti meist langweilig ist und die sogenanten lernkräfte nicht geübt sind mir jugentlichen umzugegen und so auch die Kids nicht wirklich erreichen.
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