«Accos»: Bremsklotz gegen den Kirchenaustritt von Jugendlichen

Zuerst die Taufe, dann die Konfirmation und kurze Zeit später der Austritt - so sieht für viele Jugendliche die «Karriere» in der Kirche aus. Das muss nicht sein: wie ein Projekt in der reformierten Landeskirche in den Kantonen Bern und Freiburg zeigt.

Ein neuer Lebensabschnitt ist meist der Auslöser für einen Austritt aus der reformierten Kirche: Wenn Jugendliche in einer fremden Stadt ihr Studium beginnen, von zuhause ausziehen oder zum ersten Mal Steuern bezahlen, schicken sie häufig auch gleich ihr Austrittsschreiben ab. Gott und die Kirche sind für sie out. Wie langjährige Erfahrungen zeigen, treten unter 30Jährige am häufigsten aus der reformierten Kirche aus.

Jugendliche Begleiter

Um die Jugendlichen in der Kirche zu behalten, gibt es das Projekt «Accos». Der Name stammt aus dem Französischen und ist Programm: «accompagner» für begleiten. Jugendliche arbeiten nach ihrer Konfirmation weiter in der kirchlichen Jugendarbeit mit, nehmen an Weiterbildungskursen teil, absolvieren ein Praktikum im kirchlichen Unterricht und sind dabei, wenn die Konfirmandinnen und Konfirmanden auf einen Ausflug gehen oder im Lager sind. Die Idee kommt aus dem Welschland und wird in der Freiburger Kirche mit Erfolg umgesetzt. Auch ein paar Bernische Kirchgemeinden haben sich angeschlossen.

Geben und nehmen

Erfolgreich verläuft das Projekt zum Beispiel in der freiburgischen Kirchgemeinde Cordast. Gut ein Dutzend «Accos» bereiten hier die Jugendlichen auf die Konfirmation vor.

Die Jugendlichen kommen hauptsächlich aus Gurmels. Die Teilnehmer des Projekts sind sich einig: Die Arbeit mit den nur wenig jüngeren Konfirmandinnen und Konfirmanden macht Spass. Zudem erhalten die «Accos» auch viel zurück. Ihnen wird viel Wertschätzung entgegengebracht, was wiederum ihr Selbstwertgefühl steigert.

Pfarrer Lorenz Hänni.

Bildlegende: Pfarrer Lorenz Hänni. SRF

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