Als der «Aareteufel» besiegt wurde - vorerst

Genau vor 40 Jahren brach für das Seeland ein neues Zeitalter an: Dank der zweiten Juragewässerkorrektion wurde die Region bewohnbar - und zum wichtigsten Gemüseanbaugebiet der Schweiz.

Ds Regulierwehr in Port.

Bildlegende: Bernhard Schudel vor dem Regulierwehr in Port - Herzstück der 2. Juragewässerkorrektion. SRF

Die Region rund um den Murten-, Bieler- und Neuenburgersee war bis weit ins 20. Jahrhundert eine sumpfige Ödnis, die regelmässig komplett unter Wasser stand.

Erst mit der zweiten Juragewässerkorrektion zwischen 1962 und 1973 ist es den Kantonen gelungen, die Wassermassen zu bändigen. Herzstück der Korrektion ist das Regulierwehr bei Port. «Es erlaubt uns, die Pegel in allen drei Seen jederzeit zu regulieren», sagt Bernhard Schudel, beim Kanton Bern zuständig für die Gewässerregulierung im Drei-Seen-Land.

Gegen alle Widerstände

Die zweite Juragewässerkorrekion war nicht unumstritten: «In den 70er-Jahren kamen Umweltbewegungen auf, die sich gegen die für sie übertriebenen Massnahmen wehrten», sagt Historiker Matthias Nast. Auch Fischer oder Ornithologen haben sich erfolglos gegen die Korrektion gewehrt.

«Für 3. Korrektion noch zu früh»

Wie die beiden Hochwasser von 2005 und 2007 zeigten, als Teile des Seelandes abermals überschwemmt wurden, stösst das riesige System aus Kanälen, Umleitungen und Schleusen nach 40 Jahren an seine Grenzen.

Für eine 3. Korrektion sei es aber noch zu früh, sagt Bernhard Schudel: «Denken kann man das schon, man muss es aber auch noch finanzieren. Der öffentliche Druck müsste riesig werden.»