Altersguillotine für die Berner Regierung fällt weg

Im Kanton Bern sollen künftig auch Frauen und Männer für den Regierungsrat kandidieren dürfen, die älter als 65 Jahre
sind. Das Parlament hat eine Motion zur Aufhebung der sogenannten Altersguillotine mit 122 zu 13 Stimmen klar gutgeheissen.

Das Volk solle entscheiden, ob es einem Kandidaten im Pensionsalter das hohe Amt noch zutraue, sagten Sprecher von FDP, BDP und GLP. Manch ein 70-Jähriger sei fitter als ein 50-Jähriger, fand auch die SVP-Fraktionssprecherin.

An der Altersgrenze festhalten wollten nur eine Mehrheit der EVP-Fraktion sowie einige Sozialdemokraten und Grüne. Sie machten geltend, die Altersgrenze helfe, die Sesselkleberei zu verhindern.

Der Regierungsrat begrüsste den Vorstoss. Eingereicht hatte ihn dereinst die CVP-Frau Alexandra Perina-Werz, welche inzwischen aus dem Parlament abgewählt worden ist.

Treppenhaus im Berner Rathaus.

Bildlegende: Fit genug für die Treppen im Berner Rathaus? Am Alter soll's nicht liegen. SRF

Bereits im Jahr 2002 war im Berner Rathaus über die Altersguillotine für den Regierungsrat diskutiert worden. Damals war das Parlament noch der Ansicht, diese mache bei einem so wichtigen Amt Sinn.

Eine Altersgrenze für Regierungsmitglieder kennt nebst Bern nur noch der Kanton Glarus. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden ersetzte sie kürzlich durch eine Amtszeitbeschränkung.