Autofreie Bahnhofstrasse in Freiburg: Die Diskussion läuft

Das Stadtparlament hat einem Kredit für einen Projektwettbewerb zugestimmt. Kernstück ist eine Fussgängerzone vor dem Bahnhof. Passanten und Gewerbler reagieren unterschiedlich, auch die Verkehrsbetriebe sind nicht restlos überzeugt.

60‘000 Leute nehmen täglich auf dem Bahnhofplatz den Bus. Weitere 40‘000 den Zug. Ihnen bietet sich kein schöner Anblick. «Der Bahnhofplatz ist einer Hauptstadt nicht würdig», sagt Gemeinderat und Baudirektor Jean Bourgknecht.

Um den Individualverkehr aus der Bahnhofstrasse zu verbannen, müssten jedoch Massnahmen ergriffen werden. «Die beiden bestehenden Parkhäuser im Stadtzentrum müssen zu einem einzigen verbunden werden.»

So können Autofahrer von beiden Seiten des Bahnhofs ins Parking gelangen, ohne über die Bahnhofstrasse fahren zu müssen. Diese soll dann nur noch Bussen, Taxis und Zubringern offenstehen. Baubeginn dürfte nicht vor 2019 sein.

Abgewählter Gemeinderat und geteilte Meinungen

Die Bahnhofstrasse sorgte noch vor wenigen Jahren für rote Köpfe, als die Strasse 2010 zur Einbahnstrasse wurde. Die Massnahme war derart unpopulär, dass der zuständige Gemeinderat gar abgewählt wurde. Auch eine Volksinitiative wurde lanciert, jedoch für ungültig erklärt. Noch heute sind die Meinungen gespalten:

«Ich darf es fast nicht sagen, aber wir haben seither mehr Umsatz gemacht», sagt Bijoutier Robert Grauwiller. «Unsere Kunden beklagen sich, dass der Zugang zu uns schwieriger wurde», entgegnet Buchhändlerin Alexandra Vonlanthen.