Bäuerinnen leiden häufig unter der Pflege von Angehörigen

Angehörige zuhause pflegen ist auf dem Bauernhof selbstverständlich. Zuerst ist die ältere Generation eine willkommene Arbeitskraft im Betrieb, doch die Entlastung kann schnell zur Belastung werden. Und diese Belastung wird nun zum Thema unter den Berner Bauern.

Eine Frau sitzt im Garten und lacht in die Kamera.

Bildlegende: «Es ist wichtig, dass sich die Bauern nicht nur mit Kulturland und Preisen befassen», sagte Christine Gerber. SRF

Die Lobag, die Organisation der Berner Bauern, will die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass viele Bauernfamilien nicht nur im Stall und auf dem Feld hart arbeiten, sondern auch noch pflegebedürftige Angehörige auf dem Hof betreuen. Solche oft aufopferungsvolle Pflegearbeit wird zwar nicht nur von Bauernfamilien geleistet, doch auf dem Hof ist sie besonders verbreitet - weil meist mehrere Generationen zusammenleben.

Für viele eine Selbstverständlichkeit

Weil die Rollen meist klassisch verteilt sind, trägt die Bäuerin in aller Regel die Hauptlast - sie pflegt den gebrechlichen Grossvater, die kranke Mutter oder die betagte Nachbarin. Die körperliche und psychische Belastung ist gross. Für die meisten Bauersleute sei diese Pflege eine Selbstverständlichkeit, auf jeden Fall für die Generation, die nun ins AHV-Alter komme, sagt Barbara Thörnblad vom Inforama, der Beratungsstelle für Landwirte. «Wichtig ist, dass Bauernfamilien lernen, externe Hilfe anzufordern», sagt sie. «Spitex, Mahlzeitendienst und vieles mehr - die Angebote gibt es durchaus, aber man muss sie auch kennen und nutzen.»

Die Lobag will deshalb eine Anlaufstelle schaffen, die den Bauernfamilien Informationen über die möglichen Dienstleistungen vermittelt. «Es ist wichtig, dass sich die Lobag nicht nur mit Kulturland, Preisen und Schlachtvieh-Märkten befasst», sagt Vizepräsidentin Christine Gerber. «Die Familie muss auch bei uns einen wichtigen Stellenwert einnehmen.»

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