Bartgeier Michel fliegt für Pandamobil-Erfinder

Der Walliser Umwelt-Aktivist Michel Terrettaz ist vom WWF für sein Lebenswerk geehrt worden. Mit einer besonderen Idee: In der Region Derborence ist ein junger Bartgeier auf seinen Vornamen Michel getauft worden.

Bartgeier, blauer Himmel.

Bildlegende: Ausgewachsener Bartgeier. zvg/ Hansruedi Weyrich

Noch in den 1980er Jahren waren Schauergeschichten im Umlauf im Wallis. Bartgeier würden junge Schafe und kleine Kinder stehlen, hiess es sogar in Schulbüchern. Unter anderem deshalb war der Volgel ausgerottet, nicht nur im Wallis, sondern in der ganzen Alpenwelt.

Wiederansiedlungsprojekte hatten es schwer, Jäger und Bevölkerung wehrten sich dagegen. Da kam das Engagement von Michel Terrettaz gerade zur rechten Zeit. 1978 begann er, mit einem ausgedienten Migrosbus in der Schweiz herumzufahren und Schulklassen für Umweltanliegen zu begeistern. Zuerst hiess der Bus Quizmobil, dann Pandamobil. Michel Terrettaz hat sich das Motto von WWF-Mitbegründer Sir Peter Scott zueigen gemacht: «Wenn wir die Welt retten wollen, ist unsere wichtigste Aufgabe die Erziehung.»

So hat Terrettaz in den 35 Jahren hinter dem Steuer des Pandabusses 17'000 Schulklassen und 330'000 Schülerinnen und Schüler besucht und bei ihnen über Regenwälder und bedrohte Tierarten gesprochen. Letzten Winter ging Terrettaz in Pension.

Verständnis wecken - auch für den faszinierenden Bartgeier

Im Wallis besonders in Erinnerung ist sein Engagement für den Bartgeier. Er sagte den Schülern, dass das Tier nicht gefährlich ist. Erklärte ihnen, wie der Geier vor allem von Knochen verstorbener Tiere lebt, die er - faszinierend - von ganz hoch oben in der Luft zielgenau auf Felsplatten zersplittern lässt.

So haben die Jäger ihren Widerstand gegen die Wiederansiedlung aufgegeben. Die Schauergeschichten sind aus den Schulbüchern verschwunden. Und im Wallis und im Alpenraum konnte wieder eine Population von Bartgeiern entstehen. Rund 170 Tiere fliegen wieder herum, pro Jahr gibts es 10 bis 15 Neugeburten.

Das ist auch Michel Terrettaz' Verdienst. Deshalb ist ein neu geborener Bartgeier zu Ehren des unermüdlichen Umweltaktivisten diesen Sommer auf den Namen Michel getauft worden.