Bauteilbörse Thun schliesst – «wegen fehlender Nachfrage»

Gebrauchte Baustoffe seien nicht mehr gefragt, begründen die Verantwortlichen. In Bern beobachtet man das Gegenteil.

Blick in die Börse

Bildlegende: Die Berner Bauteilbörse in Köniz ist erfolgreich. zvg

Nach 14 Jahren geht die Bauteilbörse Thun zu. 14 Jahre lang hat sie gebrauchte, aber wiederverwendbare Baumaterialien verkauft. Ende Februar 2014 ist damit Schluss. Bei der Bauteilbörse handelt es sich um ein Beschäftigungsprogramm der Stadt Thun. Fünf Sozialhilfe-Empfänger werden dort derzeit noch beschäftigt.

«Infolge der wachsenden Konkurrenz durch Baumärkte mit günstigen, aber neuen Produkten konnten die Mitarbeiter nicht genügend beschäftigt werden», heisst es in einer Mitteilung.

In Bern kann man das nicht nachvollziehen. «Wir stellen einen umgekehrten Trend fest», sagt Stefan Tschannen im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Tschannen ist Leiter der Berner Bauteilbörse und Präsident des Dachverbandes der Schweizer Bauteilbörsen. «Alte Qualität ist wieder gefragt.» Das habe vor allem mit der Mode zu tun. Shabby Chic ist das Stichwort.

Was ist in Thun also los? «Ich stelle fest, dass eine Wegwerfmentalität herrscht», sagt Peter Siegenthaler, der Vorsteher der Direktion für Sicherheit und Soziales. Er räumt aber ein, dass der Standort an der Alpenstrasse in Thun wohl auch nicht der beste war. So oder so: Ende Februar schliesst die Bauteilbörse in Thun - wohl für immer.