Bern stoppt Fallwildverwertung - aus Spargründen

Das Rehschnitzel auf dem Teller ist nicht unbedingt von einem Jäger gezielt geschossen worden. Die Verwertung von Unfallrehen ist eine gängige Praxis. Bern hört nun damit auf. Der Kanton muss sparen.

Wildhüter Ruedi Zbinden steht vor einem Verkehrsschild, das einen Wildwechsel anzeigt.

Bildlegende: Wildhüter Ruedi Zbinden: Hier sind viele Rehe unterwegs. SRF

Wenn ein Autofahrer nachts ein Reh anfährt, dann kommt der Wildhüter. So war es bis jetzt im Kanton Bern. Neu übernimmt die Polizei diese Aufgabe. So will der Kanton Bern den Überstunden der Wildhüter Herr werden, erklärt Jagdinspektor Peter Juesy.

Mit dem neuen Regime stoppt der Kanton Bern auch die Verwertung des Unfallwilds. Jedes Unfallreh kommt nun in die Tierkadaversammelstelle und wird verbrannt. Früher erhielten die verletzten Rehe vom Wildhüter den Gnadenschuss, danach wurde das brauchbare Fleisch noch verwertet.

Rehfleisch war willkommen bei Wirten und Metzgern

Das Fleisch von 40 bis 60 Rehen habe er pro Jahr verkauft, sagt Wildhüter Ruedi Zbinden gegenüber Radio SRF. «Das Fleisch war willkommen bei Metzgern, Wirten und Kollegen.» Wildhüter Zbinden mag sich aber nicht über die neuen Vorschriften aufhalten.

Doch nicht alle sind so gelassen: Dorfmetzger Bernhard Schaufelberger aus Seedorf ist verärgert: «Da spart der Kanton Bern am falschen Ort». Es sei schade, dieses Fleisch einfach so wegzuwerfen.

Anders als in Bern ist es im Kanton Graubünden. Da rückt nach wie vor der Wildhüter aus bei einer Kollision mit einem Wild. Und auch das Fleisch wird verwertet. Allerdings sind im Kanton Graubünden deutlich weniger Rehe unterwegs als in Bern.