Bern sucht Partner für Velo-Verleihsystem

Rund 200 Parkstationen sollen Platz für gut 2400 Leihvelos bieten. Damit das funktioniert, sucht die Stadt Partner im privaten Sektor.

Das geplante Veloverleihsystem soll vor allem den Menschen dienen, die in der Stadt Bern wohnen oder arbeiten. Ein enges Netz an Parkfeldern mit Leihvelos soll es ermöglichen, dass die Bernerinnen und Berner ein Velo an einem Ort ausleihen und an einem anderen wieder parkieren können. Den Unterhalt des Systems leisten dann Menschen, die wieder ins Arbeitsleben integriert werden sollen.

Kein Alleingang der Stadt

Das tönt nach einer ganz staatlichen Angelegenheit. Doch genau das soll es nicht werden, erklärt Projektleiter Hugo Staub. «Damit das System später auch Erfolg hat, suchen wir nun Partner-Unternehmen, die an einer Kooperation interessiert sind.» Konkret könnten so Firmen ihre Mobilitätskonzepte mit dem Velosystem anreichern und vielleicht sogar einen zusätzlichen öffentlichen Parkplatz für die Leihvelos auf dem Firmengelände ermöglichen. Denn: Obwohl die Stadt bereits 175 Orte für die neuen Parkfelder ausgearbeitet hat, wird das Netz natürlich besser, je mehr Velos an Orten stehen, an denen auch Menschen arbeiten.

Die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Firmen kommt immer mehr auf. Solche Projekte seien meist effizienter und erfolgreicher, meint Staub. Deshalb hat er mit einem Brief an Berner Unternehmen zu einem Infoanlass geladen. Gekommen ist ein bunter Mix aus Vertretern von grossen und kleinen Firmen und aus der Verwaltung.

Kleine und grosse Unternehmen denken über Partnerschaft nach

Das Projekt habe sie sofort interessiert, meint Stefanie Buergi von der Informatikfirma CSC aus dem Berner Westen. Die Firma sei nicht so gut erschlossen und anstatt am Bahnhof auf eine Verbindung zu warten, könnten die Leute ja auch mit dem Velo zur Arbeit kommen. «Wir werden jetzt bei unseren Mitarbeitern schauen, ob das Veloverleihsystem eine Option ist», sagt sie nach dem Infoanlass.

Ein Velo auf einen Velostreifen.

Bildlegende: Ab 2017 sollen die Leihvelos durch Bern düsen. Keystone

Die CSC ist mit rund 90 Mitarbeitenden eine eher kleine Firma. Die Schweizerische Post, die auch in Bern zuhause ist, ist da viel grösser – so gross, dass sie oft auch eigene Mobilitätsprojekte durchzieht. Der Ansatz in Bern sei durchaus interessant, meint Anne Wolf. Sie ist Leiterin Nachhaltigkeit bei beim gelben Riesen. «Gerade, dass der Unterhalt von einer sozialen Institution gemacht wird, finde ich ansprechend», sagt sie.

Ohne Kooperation wird es nicht gehen

Die Ideen der Stadt Bern trafen durchaus auf Interesse. Soviel lässt sich sagen. Doch was auch klar ist: Der Erfolg des Veloverleihsystems hängt sicher auch direkt von der Anzahl und Art der Partner ab, welche die Stadt dann effektiv unterstützen werden.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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