Berner Landwirte fordern vom Bund weniger Bürokratie

Die Landwirte im Berner Kantonsparlament wollen wieder mehr auf dem Feld als am Schreibtisch arbeiten. Sie fordern den Bund nun auf, die durch die neue Agrarpolitik verursachte Bürokratie zu senken.

Traktor bei der Feldarbeit.

Bildlegende: Die Feldarbeit dürfe nicht zu kurz kommen, verlangten Berner Bauern im Parlament. Keystone

Thomas Knutti ist SVP-Grossrat und Landwirt im Berner Oberland. Seit der Einführung der Agrarpolitik 2014 bis 2017 des Bundes hat er festgestellt, dass der bürokratische Aufwand zu einer riesigen Belastung für seine Familie geworden ist. Um die Formularflut noch bewältigen zu können, sei er auf Unterstützung eines Beraters angewiesen, erklärte Knutti im Kantonsparlament. Die Situation werde zudem durch unzählige Label sowie eine grosse Kontrolltätigkeit in der Landwirtschaft verschärft.

Knutti forderte daher in einem Vorstoss die Regierung auf, dass sich diese für weniger administrativen Aufwand und weniger Kontrollen in der Landwirtschaft einsetze. Mit ihrem Anliegen fanden die Landwirte im Parlament bei allen Parteien Gehör. Dieses erklärte jedoch auch, dass Kontrollen nötig seien und das Vertrauen der Konsumenten und der Bürger in die Landwirtschaft stärkten.

Der zuständige Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher zeigte auch grosses Verständnis für die Berner Landwirte. Er machte aber auf den mangelnden Handlungsspielraum des Kantons aufmerksam, weil die Agrarpolitik hauptsächlich Sache des Bunds sei. Bereits bei der Mitwirkung zur neuen Agrarpolitik habe der Kanton Bern den Bund auf den grossen administrativen Aufwand aufmerksam gemacht, erklärte Rickenbacher im Parlament.